Nordisland ist die Gegend für alle, die Island etwas langsamer erleben möchten: Wale in den Fjorden, mächtige Wasserfälle, Vulkanlandschaften und kleine Orte, die nicht für Touristen herausgeputzt sind. Wer mit dem Camper unterwegs ist, erlebt hier oft das ruhigste Kapitel der ganzen Reise.
Sie fahren durch weite Täler und an tiefen Fjorden entlang, und die Abende enden eher mit einem Spaziergang am Hafen oder einem Bad im warmen Wasser als mit der Jagd nach dem nächsten Aussichtspunkt.

Warum Nordisland?
Der Norden hat eine andere Stimmung als der Süden. Statt Gletscherlagunen und schwarzer Strände gibt es Fjorde mit Walen, dampfende Lavafelder, Pferde an stillen Straßen und Wasserfälle, die Sie für ein paar Minuten ganz für sich haben. Viele verbinden die Ziele auf der Runde, die als Diamond Circle bekannt ist: Goðafoss, Mývatn, Dettifoss, Ásbyrgi und Húsavík.
- Weniger Andrang: An vielen Aussichtspunkten stehen Sie nur mit wenigen anderen.
- Walbeobachtung vor Húsavík, in einer der besten Gegenden dafür.
- Natürliche heiße Quellen und Thermalbäder zum Aufwärmen nach langen Fahrten.
- Der Goðafoss direkt an der Ringstraße.
- Vulkanlandschaften rund um den Mývatn, die wie von einem anderen Planeten wirken.
- Gute Campingplätze, die das Reisen im Camper einfach machen.
- Echte Orte, in denen Sie Einheimischen im Café, im Schwimmbad und am Hafen begegnen.
- Der Polarkreis ist nicht mehr weit.
Orte in Nordisland: Akureyri, Húsavík und der Mývatn
Akureyri: die Hauptstadt des Nordens
Akureyri ist der natürliche Ausgangspunkt für jede Reise durch Nordisland. Die größte Stadt der Region liegt zwischen Bergen an einem tiefen Fjord und wirkt mit rund 20.000 Einwohnern lebendig, ohne ihren kleinstädtischen Charme zu verlieren.
Hier kaufen Sie ein, tanken, gehen ins Schwimmbad und bummeln durch eine kompakte Innenstadt mit Cafés, kleinen Läden und Streetart. Von Akureyri aus erreichen Sie den Goðafoss, den Mývatn und die Täler ringsum gut als Tagesausflug.
- Supermärkte, Tankstellen und Restaurants für alles, was Sie unterwegs brauchen.
- Mehrere Campingplätze für Camper in kurzer Entfernung, darunter Hamrar, das ganze Jahr geöffnet.
- Ein Hafen, von dem Bootstouren und manche Walbeobachtungstouren starten.
- Sehenswertes wie die Kirche Akureyrarkirkja, der Botanische Garten und kleine Museen.
Húsavík: Walbeobachtung vom Hafen aus
Húsavík ist der Ort, der viele Reisende überhaupt erst in den Norden lockt. Die Stadt liegt an der Bucht Skjálfandi und gilt als Islands Hauptstadt der Walbeobachtung.

Vom bunten Hafen fahren im Sommer traditionelle Holzboote und schnelle Schlauchboote (RIBs) in die Bucht, in der Buckelwale und Zwergwale regelmäßig auftauchen, mit Glück auch Delfine oder sogar ein Blauwal. Auch wenn Sie an Land bleiben, lohnt der Blick über das Wasser auf die Berge.
- Im Sommer gute Chancen, Wale zu sehen.
- Ein gemütlicher Hafenort, in dem noch gearbeitet wird, ganz ohne Ferienanlagen-Gefühl.
- Das Walmuseum mit dem Skelett eines Blauwals in voller Größe.
- Cafés und Restaurants mit Blick auf die Bucht.
Vom Campingplatz gehen Sie zu Fuß zum Hafen und zu den Restaurants, praktisch für eine Tour am Morgen oder am Abend.
Mývatn: das Erdwärmegebiet des Nordens
Am See Mývatn wirkt Nordisland plötzlich wie ein anderer Planet. Dampf steigt aus Spalten im Boden, neben der Straße blubbern Schlammtöpfe, und die Lava hat sich zu seltsamen Formen verdreht. Hellgrünes Moos, schwarzer Fels und blaues Wasser bilden einen starken Kontrast, und im Sommer ist die Gegend voller Vögel.
- Dimmuborgir: Das Lavafeld östlich des Sees sieht aus wie eine verfallene Festungsstadt, und der Sage nach wohnt hier das verborgene Volk. Der Rundweg Kirkjuhringur dauert etwa eine Stunde und ist für die meisten gut zu schaffen.
- Hverir am Pass Námaskarð: zischende Dampfquellen, blubbernde Schlammtöpfe und ein kräftiger Schwefelgeruch. Mineralien färben den Boden rot, orange und gelb.
- Pseudokrater bei Skútustaðir: eine Landschaft aus kleinen Kratern, gut für einen kurzen Spaziergang und Fotos.
- Mývatn Nature Baths: eine Lagune mit weitem Blick über Krater und Lavafelder, besonders schön an hellen Sommerabenden oder in klaren Winternächten unter Polarlichtern.
In Dimmuborgir lag das Lager der Wildlinge aus Game of Thrones, und in der nahen Höhle Grjótagjá wurden Szenen mit Jon Schnee und Ygritte gedreht; baden dürfen Sie dort nicht. Weitere Drehorte finden Sie unter Game-of-Thrones-Drehorte in Island.
Camper-Tipp: Die Läden am Mývatn sind klein und teurer. Kaufen Sie vorher in Akureyri bei Bónus oder Krónan ein. Im Hochsommer ist am See ein Mückennetz für den Kopf Gold wert.
Sehenswürdigkeiten in Nordisland: die schönsten Ziele

Goðafoss: der Wasserfall der Götter
Der Goðafoss liegt fast direkt an der Ringstraße zwischen Akureyri und dem Mývatn. Das türkisfarbene Wasser stürzt in einem weiten Bogen über dunklen Basalt, und bei Sonne stehen oft Regenbögen über der Schlucht. Wege auf beiden Seiten des Flusses zeigen den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln, und das Parken mit dem Camper ist unkompliziert.
Seinen Namen verdankt der Fall einer Geschichte aus dem Jahr 1000: Als Island das Christentum annahm, soll Þorgeir Ljósvetningagoði seine heidnischen Götterbilder in den Wasserfall geworfen haben. Unser Tipp: Parken Sie zuerst auf der Westseite für den weiten Blick und gehen Sie dann über die Brücke auf die Ostseite, wo Sie fast auf Höhe des Wassers stehen.
Dettifoss

Der Dettifoss donnert mit enormer Wucht in eine tiefe Schlucht, und schon der Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt ist eindrucksvoll. Mit dem Camper erreichen Sie die Westseite am einfachsten über die asphaltierte Route 862. Zur Ostseite führt die Route 864, eine Schotterstraße, auf der Sie langsamer vorankommen.
Ásbyrgi

Ásbyrgi ist eine riesige Schlucht in Form eines Hufeisens, mit bis zu 100 Meter hohen Felswänden und einem stillen Birkenwald am Grund. Der Sage nach hat Sleipnir, das achtbeinige Pferd Odins, hier mit einem Huf auf die Erde getreten. Geologen erklären die Schlucht mit gewaltigen Gletscherläufen vom Vatnajökull. So oder so gehört Ásbyrgi zu den ruhigsten und windgeschütztesten Orten im Norden. Fahren Sie bis zum letzten Parkplatz am Ende der Schlucht und machen Sie dort Mittagspause, umgeben von Felswänden und Vogelgezwitscher.
Walbeobachtung vor Húsavík
Eine Walbeobachtung von Húsavík aus gehört zu den schönsten Erlebnissen, die Sie in eine Reise durch Nordisland einbauen können. An ruhigen Morgen liegt die Bucht oft spiegelglatt da, Seevögel ziehen vorbei, und plötzlich hebt sich eine Schwanzflosse aus dem Wasser. Die Boote fahren vor allem im Sommer hinaus.
GeoSea Baths
Über dem Meer bei Húsavík verbinden die GeoSea Baths warmes Thermalwasser mit Meerwasser. Im Becken zu liegen und abends auf die Wellen und die fernen Berge zu schauen, ist Nordisland pur. Weitere Bäder und Naturbecken zeigt unser Ratgeber Heiße Quellen in Island.
Arctic Henge in Raufarhöfn
Ganz im Nordosten steht auf dem Hügel über dem Dorf Raufarhöfn das Arctic Henge, ein Steinkreis nach Motiven der nordischen Mythologie. Von Húsavík fahren Sie etwa zwei Stunden über die Route 85 und die Küstenstraße 870. Alles zur Anfahrt lesen Sie in unserem Ratgeber zum Arctic Henge.
Mit dem Camper durch Nordisland
Die wichtigsten Straßen
- Ringstraße (Route 1): die asphaltierte Hauptstrecke, die Akureyri, den Goðafoss und den Mývatn verbindet.
- Route 85: ein schöner Abstecher, der in einem Bogen nach Húsavík und Ásbyrgi führt.
- Route 862: die asphaltierte Zufahrt zur Westseite des Dettifoss.
- Kleinere Straßen zu Aussichtspunkten, Campingplätzen und Häfen.
Tipps fürs Fahren im Norden
- Sommer: Für die Hauptrouten reicht ein 2WD-Camper, sie sind asphaltiert. F-Straßen ins Hochland, etwa nach Askja, fahren Sie bei uns nur mit einem 4x4, also mit dem Duster oder dem Jeep, und nur, wenn die Straße offiziell geöffnet ist. Durch Flüsse fahren Sie nur, wenn wir die Durchfahrt vorher ausdrücklich freigegeben haben. Schäden am Unterboden und Wasserschäden deckt die Versicherung nicht.
- Winter: Schnee und Eis gehören dann dazu, die Tage sind kurz, und Straßen können gesperrt werden. Fahren Sie einen unserer beheizten Camper, den Campervan 2 Persons Premium oder den Fiat Scudo 3 Family, die wie alle unsere Camper im Winter Spikereifen haben. Unsere 4x4-Camper mit Dachzelt sind nur für den Sommer gedacht. Schauen Sie jeden Morgen auf umferdin.is und safetravel.is.
- Tanken: Füllen Sie den Tank in Akureyri oder Húsavík, im Nordosten liegen die Tankstellen weit auseinander. Wie Sie an der Säule bezahlen, steht in unserem Ratgeber Tankstellen in Island.
- Schafe: Im Sommer stehen Schafe und Lämmer oft an oder auf der Straße, und ein Lamm rennt gern zur Mutter auf die andere Seite. Fahren Sie langsam, sobald Sie welche sehen. Mehr dazu im Ratgeber Schafe in Island.
- Anhalten: Halten Sie nur auf Parkplätzen, nie auf der Fahrbahn, auch nicht für Fotos oder Polarlichter.
Übernachten in Nordisland
- Hamrar in Akureyri: das ganze Jahr geöffnet, mit heißen Duschen und nicht weit von den Läden und Restaurants der Stadt.
- Mývatn: Camping am See, nah an den Erdwärmegebieten.
- Húsavík: zu Fuß zum Hafen, praktisch für die Walbeobachtung.
- Heiðarbær: ein guter Zwischenstopp zwischen Mývatn und Húsavík, mit Schwimmbad auf dem Platz.
Im Camper übernachten Sie nur auf Campingplätzen, Wildcampen ist in Island nicht erlaubt. Strom vom Platz brauchen unsere Camper nicht. Welche Plätze im Winter offen haben, zeigt der Filter „Im Winter geöffnet“ in unserer Übersicht der Campingplätze in Island.
Essen und Budget in Nordisland
- Den Großeinkauf erledigen Sie am besten in Akureyri, dort sind Auswahl und Preise besser. Bónus und Krónan sind die günstigsten Ketten.
- Kochen Sie die meisten Mahlzeiten im Camper. Für Lebensmittel rechnen Sie dann mit etwa 1.500 bis 3.000 ISK pro Person und Tag (≈ 11 bis 22 €).
- Gönnen Sie sich ab und zu etwas aus der Bäckerei oder einen Kaffee im Café.
- Trinken Sie Leitungswasser: Es ist sauber, sicher und überall kostenlos.
Warum sich Nordisland anders anfühlt

Im Norden geht alles etwas langsamer. Die Straßen sind ruhiger, die Blicke weiter, die Nächte oft stiller. Manchmal teilen Sie sich den Campingplatz nur mit einer Handvoll Fahrzeugen oder sind stundenlang allein auf einem Wanderweg. Für viele macht genau dieses Tempo den Reiz der Region aus.
Nordisland oder Südküste
- Nordisland: Wale, Wasserfälle, Erdwärmegebiete und weniger Reisebusse.
- Südküste: die berühmten Fotomotive, Gletscher, schwarze Strände und mehr Verkehr.
Wer genug Zeit hat, muss sich nicht entscheiden: Auf der Ringstraße verbinden Sie beides. Wie eine solche Runde Tag für Tag aussieht, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner.
Häufige Fragen zu Nordisland
Lohnt sich eine Reise nach Nordisland?
Ja. Die bekanntesten Wasserfälle liegen zwar an der Südküste, aber der Norden hat den Goðafoss, den Dettifoss, die Erdwärmegebiete am Mývatn, die Schlucht Ásbyrgi, Wale vor Húsavík und deutlich weniger Andrang.
Wie viele Tage brauche ich für Nordisland?
Wir empfehlen drei bis vier Tage für Goðafoss, Mývatn, Húsavík, Ásbyrgi und die Umgebung, ohne zu hetzen. Wer bis zum Arctic Henge im Nordosten fahren möchte, plant mehr Zeit ein.
Kann man in Nordisland Polarlichter sehen?
Ja, von Ende August bis Mitte April in dunklen, klaren Nächten. Rund um den Mývatn und Húsavík gibt es wenig künstliches Licht, entscheidend sind aber ein klarer Himmel und die Vorhersage auf vedur.is.
Brauche ich für Nordisland einen 4x4?
Nein. Für den Diamond Circle und die Küstenstraßen reicht ein normaler 2WD-Camper. Einen 4x4 brauchen Sie nur für F-Straßen ins Hochland, etwa nach Askja. Die fahren Sie bei uns im Sommer mit dem Duster oder dem Jeep, wenn die Straße offiziell geöffnet ist. Im Winter nehmen Sie unseren beheizten Premium oder Scudo mit Spikereifen.
Wo sieht man in Nordisland Wale?
Vor allem in der Bucht vor Húsavík. Im Sommer fahren vom Hafen Boote hinaus, und Buckelwale und Zwergwale zeigen sich dort häufig. Auch vom Hafen in Akureyri starten manche Walbeobachtungstouren.
Wo übernachte ich in Nordisland mit dem Camper?
Auf Campingplätzen, zum Beispiel in Akureyri, am Mývatn, in Húsavík oder in Heiðarbær. Der Platz Hamrar in Akureyri ist das ganze Jahr geöffnet. Wildcampen ist in Island nicht erlaubt.
Ihre Reise in den Norden
Nordisland belohnt alle, die ein Stück weiter fahren und etwas langsamer reisen. Mit dem Camper wachen Sie an einem Fjord auf, sind am Wasserfall, bevor der große Andrang kommt, und liegen abends im warmen Wasser, während die Berge in der Ferne die Farbe wechseln.
Den Camper für Ihre Runde durch den Norden, mit Preisen für Ihre Daten, finden Sie unter Wohnmobil mieten in Island. Mit jeder Buchung bekommen Sie außerdem unseren kostenlosen Reiseplaner, mit echten Fahrzeiten und einem Campingplatz für jede Nacht.


