
Ein praktischer Ratgeber zu den heißen Quellen in Island, mit großer interaktiver Karte, einfachen Tipps und einer kurzen Routenidee für Selbstfahrer und Camperreisen.
Heiße Quellen in Island sind warme Becken, Flüsse und Bäder, die von der Erdwärme beheizt werden. Hier lesen Sie, warum die Insel so viele davon hat, und finden eine interaktive Karte sowie die besten Badestellen, von komfortablen Lagunen bis zu wilden Naturbecken. Dazu kommen Baderegeln, Sicherheitstipps und eine Route für drei Tage, die gut zu einer Camperreise passt.
- Warum es in Island so viele heiße Quellen gibt
- Badestopps richtig planen
- Karte der heißen Quellen in Island
- Die schönsten heißen Quellen in Island
- Die beste Jahreszeit für heiße Quellen
- Baderegeln, Sicherheit und Packliste
- Route: drei Tage mit heißen Quellen
- Häufige Fragen zu heißen Quellen in Island
Ein Bad in einer heißen Quelle gehört zu den typischsten Erlebnissen einer Islandreise. Warmes Wasser, kühle Luft und eine stille Aussicht machen aus einem gewöhnlichen Fahrtag schnell etwas Besonderes. Weil die Quellen über die ganze Insel verteilt sind, lässt sich fast immer ein Becken oder eine Therme einplanen, ohne dass Sie lange Umwege fahren.
Mit dem Camper wird das Ganze noch einfacher. Ihr Fahrzeug ist zugleich Umkleidekabine und der warme Rückzugsort nach dem Bad am Abend. Welche Camper zur Wahl stehen, sehen Sie unter Wohnmobil mieten in Island. Die Badestopps legen Sie dann einfach auf die Tage, an denen Sie ohnehin in der Gegend unterwegs sind.
Warum es in Island so viele heiße Quellen gibt
Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo zwei Erdplatten langsam auseinanderdriften. Die Hitze aus dem Erdinneren kommt hier näher an die Oberfläche als in den meisten anderen Ländern. Das Grundwasser heizt sich auf und tritt als heiße Quelle, Dampfaustritt oder warmer Fluss wieder zutage.
Die Isländer nutzen diese Wärme seit Langem im Alltag. Früher wuschen sie damit Wäsche, kochten und heizten ihre Häuser. Bis heute werden die meisten Häuser in Island mit Erdwärme beheizt, und Geothermiekraftwerke liefern warmes Wasser. Wer in Island in eine heiße Quelle steigt, macht also nicht bloß Urlaub, sondern tut, was viele Einheimische mehrmals pro Woche tun.

Badestopps richtig planen
Bei so viel Auswahl hilft ein einfacher Plan, bevor Sie losfahren. Mit diesen Schritten behalten Sie den Überblick, gerade bei der ersten Islandreise.
Erst die Wahl: komfortable Lagune oder wildes Naturbecken
Überlegen Sie zuerst, was Sie suchen. Die großen Lagunen sind moderne Wellnessbäder, die wilden Naturbecken eher ein kleines Abenteuer.
- Thermalbäder und Lagunen: Hier gibt es Umkleiden, Duschen, Personal, Getränke und oft ein Restaurant. Ideal am Anfang oder am Ende eines langen Reisetags.
- Natürliche heiße Quellen: Oft kostenlos und mitten in der Natur, mal ein Steinbecken neben einem Bach, mal ein warmer Fluss in einem Tal. Ausstattung gibt es dort kaum oder gar nicht. Sie bringen also alles selbst mit und achten mehr auf Ihre Sicherheit.
Badestopps auf die Route abstimmen
Schauen Sie sich dann Ihre grobe Route an. Viele der schönsten heißen Quellen liegen nah an der Ringstraße oder an gut befahrenen Nebenstraßen, andere an Schotterstraßen. Im Sommer sind beide meist gut zu erreichen. Im Winter bleiben Sie besser bei Bädern an den Hauptstraßen und in größeren Orten.
Prüfen Sie jeden Morgen den offiziellen Straßenzustand auf umferdin.is oder road.is. Für Wanderungen zu heißen Quellen finden Sie Sicherheitstipps bei SafeTravel Iceland.
Kraft und Wetter mit einplanen
Manche Quellen liegen nur ein paar Schritte vom Parkplatz entfernt, zu anderen, etwa dem warmen Fluss im Reykjadalur, wandern Sie rund eine Stunde pro Strecke. An Tagen mit langen Etappen und viel Programm nehmen Sie lieber ein Bad, das leicht zu erreichen ist. Die längere Wanderung heben Sie sich für einen ruhigen, klaren Abend später auf der Reise auf.
Karte der heißen Quellen in Island
Die Karte zeigt bekannte Thermalbäder und natürliche heiße Quellen im ganzen Land. So legen Sie Badestopps ohne viel Aufwand auf Ihre Route, mit dem Camper genauso wie mit dem Mietwagen.
Filtern Sie die Karte nach „Bezahlte Lagune“, „Natürliche Quelle“ oder „Ortsbad“ und tippen Sie auf einen Ort, um sich den Weg dorthin anzeigen zu lassen.
Die schönsten heißen Quellen in Island
Damit die Wahl leichter fällt, sind die Badestellen hier nach Erlebnis sortiert: zuerst die komfortablen Lagunen und Thermalbäder, danach die wilden Naturbecken, die bei Selbstfahrern besonders beliebt sind.
Lagunen und Thermalbäder
Diese heißen Quellen sind richtig für Sie, wenn Sie Komfort, klare Regeln und volle Ausstattung mögen. Auch im Winter, wenn Straßen und Wege vereist sein können, sind sie eine sichere Wahl.
- Blue Lagoon: Das bekannteste Bad Islands, nah am Flughafen Keflavík. Leuchtend blaues, kieselsäurereiches Wasser, moderne Umkleiden und mehrere Restaurants. Buchen Sie hier unbedingt vorab.
- Sky Lagoon: Eine Lagune am Meer bei Reykjavík mit Infinity-Becken. Dazu gehört ein Baderitual in sieben Schritten mit Dampfbad, kaltem Wasser und Sauna.
- Hvammsvík Hot Springs: Ein neueres Bad in Westisland, dessen Becken mit den Gezeiten des Fjords zusammenspielen. Die Umgebung wirkt naturbelassen, Personal und Ausstattung gibt es trotzdem.
- Secret Lagoon (Gamla Laugin): Eine historische heiße Quelle im Dorf Flúðir am Golden Circle. Dampfende Quellen ringsum und schlichte Gebäude geben ihr einen ursprünglichen Charakter. Mehr zu den Bädern an dieser Route, auch zu Laugarvatn Fontana, lesen Sie in unserem Ratgeber Golden Circle in Island.
- Mývatn Nature Baths: Eine große Lagune am See Mývatn in Nordisland, oft als Blue Lagoon des Nordens bezeichnet, mit weitem Blick über die Vulkanlandschaft.
- Forest Lagoon: Ein Thermalbad bei Akureyri, dessen Becken zwischen Bäumen liegen, mit Blick zum Fjord. Ein guter Abendstopp auf einer Route durch den Norden.
- GeoSea: Ein Bad mit warmem Meerwasser in Húsavík. Aus den Becken blicken Sie über die Bucht auf die Berge in der Ferne, und an klaren Abenden ist die Aussicht vom Wasser aus kaum zu schlagen.
- Vök Baths: Schwimmende Thermalbecken im See Urriðavatn bei Egilsstaðir in Ostisland. Zum Abkühlen steigen Sie direkt in den See und danach zurück ins warme Wasser.

Wilde und natürliche heiße Quellen
Hier sind Sie näher an der Natur. Viele Becken kosten nichts oder nur eine kleine Gebühr vor Ort. Dafür nehmen Sie einfache Bedingungen in Kauf und tragen mehr Verantwortung für Ihre eigene Sicherheit.
- Reykjadalur: Ein warmer Fluss in einem Tal oberhalb von Hveragerði in Südisland. Auf einem gut erkennbaren Weg gehen Sie etwa 45 Minuten bis eine Stunde pro Strecke.
- Seljavallalaug: Eines der ältesten von Menschen angelegten Schwimmbecken Islands, versteckt in einem steilen Tal an der Südküste. Das Wasser ist warm, aber nicht heiß, ideal für ein gemütliches Bad.
- Landbrotalaug: Ein winziger natürlicher Hot Pot in Westisland, in den nur wenige Menschen gleichzeitig passen. Oft ist dort viel los, früh am Morgen und spät am Abend haben Sie die besten Chancen auf Ruhe.
- Hrunalaug: Ein paar kleine Steinbecken bei Flúðir mit einem einfachen Unterstand aus Torf. Der Ort ist friedlich, inzwischen aber recht bekannt. Halten Sie sich deshalb bitte an alle Regeln vor Ort.
- Guðrúnarlaug: Ein kleines Steinbecken in Westisland neben einer Hütte im Torfstil. Die Szene wirkt wie aus einer Saga, und für einen kurzen Stopp auf einer Route durch den Westen ist das Becken ideal.
- Krossneslaug: Ein Becken direkt am Meer, ganz abgelegen in den Westfjorden. An einem ruhigen Tag fühlt sich das Bad an, als würden Sie am Rand des Ozeans treiben.
Die beste Jahreszeit für heiße Quellen in Island
Baden können Sie in Islands heißen Quellen das ganze Jahr, nur fühlt es sich in jeder Jahreszeit anders an. Ein kurzer Überblick über die Jahreszeiten:
Sommer
Von Juni bis August sind die Tage lang und die meisten Wege schneefrei. In dieser Zeit lassen sich Wanderungen am besten mit wilden heißen Quellen verbinden, auch in abgelegenen Teilen des Landes. Mittags ist in den Becken mehr los, früh am Morgen und am späten Abend ist es ruhiger.
Frühjahr und Herbst
Im Mai, im September und Anfang Oktober sind an vielen Becken weniger Besucher unterwegs. Die Luft ist kühler, und gerade dann fühlt sich das warme Wasser besonders gut an. Manche Bäder verkürzen am Rand der Saison ihre Öffnungszeiten, ein Blick darauf vorab lohnt sich.
Winter
Im Winter haben heiße Quellen einen ganz eigenen Reiz: Am Beckenrand liegt Schnee, und Sie sitzen im warmen Wasser. Straßen können dann aber vereist oder gesperrt sein und Wege rutschig. Bleiben Sie in dieser Zeit bei ausgebauten Bädern an Hauptstraßen und in Orten, und prüfen Sie vor jeder Fahrt road.is und SafeTravel Iceland. Was Sie sonst für eine Camperreise in der kalten Jahreszeit wissen sollten, steht in unserem Ratgeber Island im Winter mit dem Camper.
Baderegeln, Sicherheit und Packliste
Wer sich an den heißen Quellen gut benimmt, hält sie für alle angenehm und schützt die Natur. Die folgenden Punkte beantworten, was Besucher am häufigsten wissen wollen.
Duschen ohne Badekleidung: die wichtigste Regel
Mit dem eigenen Körper gehen die Isländer unverkrampft um, bei der Hygiene verstehen sie keinen Spaß. Weil die meisten Becken nur wenig Chlor enthalten, ist gründliches Duschen vor dem Baden Pflicht.
- In jedem öffentlichen Schwimmbad gilt: Sie duschen ohne Badekleidung gründlich mit Seife und ziehen sie erst danach an.
- Wer in Badekleidung und ohne Seife duscht, wird vom Personal oder von Stammgästen unter Umständen auf die Regel hingewiesen.
- Steigen Sie nicht mit sichtbarem Schmutz, Sonnencreme oder Make-up ins Becken.
Rücksicht an natürlichen heißen Quellen
- Benutzen Sie in Naturbecken nie Seife, Shampoo oder andere Pflegeprodukte. Sie schaden Pflanzen und Tieren.
- Bleiben Sie auf den vorhandenen Wegen und treten Sie nicht aufs Moos, es braucht sehr lange, um sich zu erholen.
- Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. An vielen Naturbecken gibt es weder Mülleimer noch Personal.
- Sprechen Sie leise, wenn andere im Becken sind. Viele kommen gerade wegen der Ruhe.
Was Sie für Badetage einpacken
- Badesachen und ein schnell trocknendes Handtuch.
- Badeschlappen oder Sandalen für den Weg zwischen Gebäuden und Becken.
- Einen Packsack oder eine Plastiktüte für die nassen Sachen im Fahrzeug.
- Warme Kleidung für die Zeit nach dem Baden.
- Im Winter eine kleine Stirnlampe, wenn Sie im Dunkeln baden.
Route: drei Tage mit heißen Quellen in Island
Diese kurze Route passt, wenn Sie in Reykjavík starten und dort auch wieder ankommen. Sie können sie aber genauso an den Anfang einer längeren Rundreise über die Ringstraße setzen. Jeder Tag verbindet Fahren, Sightseeing und mindestens ein Bad.
| Tag | Gegend | Heiße Quellen | Hinweise |
|---|---|---|---|
| 1 | Reykjanes und Reykjavík | Blue Lagoon oder Sky Lagoon | Camper abholen, zu einer Lagune nahe Flughafen oder Stadt fahren und sich im warmen Wasser vom Flug erholen. Übernachten in Reykjavík oder auf einem Campingplatz in der Nähe. |
| 2 | Golden Circle | Secret Lagoon oder Laugarvatn Fontana | Þingvellir, Geysir und Gullfoss besuchen, den Tag im warmen Wasser ausklingen lassen und dann zurück nach Reykjavík fahren oder auf einem Campingplatz an der Strecke übernachten. |
| 3 | Rund um Hveragerði | Reykjadalur | Nach Hveragerði fahren und an einem klaren Tag zum warmen Fluss wandern. Nach dem Bad zurück zum Parkplatz und entscheiden: weiter an der Südküste entlang oder zurück nach Reykjavík. |
Mit dem Camper lässt sich diese Route leicht verlängern. Nach dem dritten Tag fahren Sie an die Südküste zu Wasserfällen und schwarzen Stränden oder Richtung Norden zu den Mývatn Nature Baths, der Forest Lagoon und weiteren heißen Quellen. Achten Sie nur darauf, dass Route, Fahrstrecken und Badestellen zur Jahreszeit und zu Ihrer Erfahrung passen. Eine ganze Rundreise Tag für Tag, mit echten Fahrzeiten und einem Campingplatz für jede Nacht, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner.
Häufige Fragen zu heißen Quellen in Island
Muss man heiße Quellen in Island vorab buchen?
Bei den großen Thermalbädern wie der Blue Lagoon und der Sky Lagoon und bei einigen neueren Lagunen meist ja, vor allem im Sommer und am Abend. In kleinere öffentliche Schwimmbäder kommen Sie oft ohne Reservierung. Natürliche heiße Quellen müssen Sie nicht buchen, Parkplatzbetreiber oder Grundbesitzer können aber eigene Regeln festlegen, lesen Sie also immer die Schilder vor Ort.
Sind natürliche heiße Quellen in Island sicher?
Die meisten bekannten Naturbecken sind sicher, wenn Sie mit Verstand baden. Prüfen Sie die Wassertemperatur immer erst mit der Hand oder dem Fuß. Meiden Sie instabilen Boden und springen Sie nie kopfüber hinein, denn die Tiefe kann sich sehr schnell ändern.
Kann man heiße Quellen in Island auch im Winter besuchen?
Ja. Viele ausgebaute Bäder haben das ganze Jahr geöffnet, und mit Schnee ringsum ist das Baden etwas ganz Besonderes. Manche abgelegenen Naturbecken sind bei vereisten oder gesperrten Straßen aber schwer oder gar nicht sicher zu erreichen. Bleiben Sie im Winter lieber bei Bädern an den Hauptstraßen und prüfen Sie jeden Tag Straßenzustand und Wetter.
Gibt es an natürlichen heißen Quellen Umkleiden und Duschen?
Meist nicht. Umgezogen wird im Fahrzeug oder, falls vorhanden, in einem einfachen Unterstand. Nehmen Sie deshalb Handtuch, Badesachen und warme, trockene Kleidung selbst mit.
Darf man an einer heißen Quelle campen?
Nein. Wildcampen ist in Island nicht erlaubt, auch nicht neben einer heißen Quelle. Schlafen Sie auf einem offiziellen Campingplatz in der Nähe und fahren Sie zum Baden hin. Das schont die Natur und entlastet die beliebten Orte.
Ist ein Camper gut für eine Reise zu den heißen Quellen?
Ja, kaum etwas ist so flexibel. Sie beenden lange Fahrtage mit einem Bad und haben immer einen warmen Platz zum Umziehen und Ausruhen. Übernachtet wird trotzdem nur auf Campingplätzen, und an jedem Bad gelten die Parkregeln vor Ort.


