Winterreise

Island im Winter mit dem Camper: was Sie vor der Reise wissen sollten

Eine Winterreise mit dem Camper klappt, wenn Sie flexibel bleiben. Wichtig sind ein beheizter Camper, kurze Fahrtage, ein Puffertag für Stürme und jeden Morgen ein Blick auf Straßen und Wetter.

Island im Winter mit dem Camper: was Sie vor der Reise wissen sollten

Ja, Island im Winter mit dem Camper ist gut machbar, und viele unserer Gäste schwärmen davon: leere Straßen, verschneite Wasserfälle und Polarlichter vom eigenen Camper aus. Mit einer Sommerreise hat das allerdings wenig zu tun. Die Tage sind kurz, das Wetter bestimmt den Plan, und manche Camper und Campingplätze eignen sich für den Winter deutlich besser als andere. Hier steht, was wir unseren Gästen am Schalter in Keflavík mit auf den Weg geben, bevor sie zwischen November und März losfahren.

Ist eine Camperreise im Winter eine gute Idee?

Ja, wenn Sie flexibel bleiben. Planen Sie kürzere Fahrtage, halten Sie sich ein oder zwei Tage für Stürme frei, und bleiben Sie bei Ihrer ersten Winterreise in der Nähe von Südküste, Golden Circle und Snæfellsnes. Die ganze Ringstraße ist auch im Winter möglich. Im Norden und Osten fällt aber mehr Schnee, und Straßen werden öfter gesperrt. Das passt eher zu Reisenden, die genug Zeit haben, einen Sturm in Ruhe abzuwarten.

Weniger geeignet ist eine Winterreise, wenn Ihr Zeitplan eng ist und Sie jede Nacht fest an einem anderen, weit entfernten Ort gebucht haben. Das gilt auch, wenn Sie sich auf Schnee und Eis am Steuer nicht wohlfühlen.

Für die Reisekasse lohnt sich der Winter: Nach unserer aktuellen Preisliste kostet eine Woche im Campervan 2 Persons Premium im November und Dezember ca. 56.000 ISK (≈ 410 €), von Januar bis März ca. 73.000 ISK (≈ 535 €). Im Juli sind es ca. 137.000 ISK (≈ 1.005 €). Über Weihnachten und Silvester kann es teurer werden.

Was unsere Camper für den Winter mitbringen

  • Spikereifen: Im Winter fahren alle unsere Camper mit Spikereifen. Die greifen auf Eis deutlich besser als normale Reifen, machen Eis aber nicht sicher. Fahren Sie also trotzdem langsam.
  • Diesel-Standheizung im Campervan 2 Persons Premium und im Fiat Scudo 3 Family Campervan. Sie hält den Camper die ganze Nacht warm und funktioniert ohne Stromanschluss.
  • Bettzeug und Kochausrüstung sind immer dabei. Mitbringen müssen Sie vor allem warme Kleidung.

Für den Winter empfehlen wir einen dieser beiden beheizten Camper. Unsere Camper mit Dachzelt sind nur für den Sommer gedacht: Ein Zelt auf dem Autodach ist bei isländischem Winterwind und Schnee kein Ort zum Schlafen. Alle Modelle mit Preisen für Ihre Reisedaten finden Sie unter Wohnmobil mieten in Island.

Tageslicht im Winter

Im Dezember haben Sie in Reykjavík etwa 4 bis 5 Stunden Tageslicht, im Norden etwas weniger. Im Februar sind es schon rund 8 Stunden, im März 11 bis 12. Fahren Sie also, solange es hell ist, und heben Sie sich die dunklen Abende fürs Kochen, für heiße Quellen und die Polarlichter auf.

Wie sich Licht, Wetter und Preise Monat für Monat ändern, zeigt unser Ratgeber zur besten Reisezeit für Island.

Straßen und Wetter: jeden Morgen prüfen

Das Winterwetter in Island kann innerhalb weniger Stunden umschlagen. Drei Blicke gehören deshalb zu Ihrem Morgenritual:

  • Straßenzustand: umferdin.is (auch road.is) zeigt gesperrte und vereiste Straßen in Echtzeit.
  • Wetter und Wind: vedur.is. Der Wind ist wichtiger als die Kälte. Starke Böen können einen hohen Camper seitlich versetzen und eine Tür aus den Angeln reißen. Halten Sie Türen beim Öffnen deshalb gut fest.
  • Warnungen: safetravel.is meldet aktuelle Gefahren, und Sie können dort Ihren Reiseplan hinterlegen.

Ist eine Straße gesperrt oder gibt es eine Sturmwarnung, warten Sie ab. Gesperrt heißt in Island gesperrt, und eine Rettung im Sturm dauert lange und kostet viel Geld. Rufen Sie uns jederzeit an, wir helfen Ihnen gern, die Route umzuplanen.

Tempolimits, einspurige Brücken und welche Schäden die Versicherung nicht übernimmt, erklärt unser Ratgeber zum Autofahren in Island.

Wo Sie im Winter übernachten

Die meisten Campingplätze schließen im Herbst, etliche haben aber das ganze Jahr geöffnet, vor allem im Süden und Westen. Dazu gehören die Reykjavík Eco Campsite, Skaftafell, Skógar und Vík, im Norden und Osten auch Hamrar in Akureyri und Egilsstaðir. In unserer Übersicht der Campingplätze in Island zeigt Ihnen der Filter „Im Winter geöffnet“ nur die Plätze, die auch in der kalten Jahreszeit Gäste aufnehmen. Manche davon bieten im Winter nur eingeschränkte Ausstattung, umso mehr zählt dann ein beheizter Camper.

Wildcampen ist in Island nicht erlaubt, im Winter genauso wenig wie im Sommer: Im Camper übernachten Sie nur auf Campingplätzen, nicht am Straßenrand.

Sprit und Vorräte

  • Halten Sie den Tank über der Hälfte. Auf dem Land liegen die Tankstellen weiter auseinander, und das Wetter kann Sie länger aufhalten als geplant.
  • Kaufen Sie in den Orten ein. Bónus und Krónan sind die günstigsten Supermärkte.
  • Haben Sie immer etwas Wasser und Proviant extra an Bord, falls eine Straße gesperrt wird, während Sie unterwegs sind.

Polarlichter im Winter

Der Winter ist Polarlichtzeit. Dafür brauchen Sie einen dunklen, klaren Himmel. Schauen Sie abends auf vedur.is in die Polarlicht- und Wolkenvorhersage und fahren Sie ein paar Minuten aus dem Ort hinaus, weg von den Lichtern. Halten Sie dafür nie auf der Straße an, sondern fahren Sie auf einen richtigen Parkplatz. Mehr Tipps stehen in unserem Ratgeber Polarlichter in Island.

Was Sie einpacken sollten

  • Warme Funktionsunterwäsche, eine Fleecejacke und eine wind- und wasserdichte Jacke und Hose
  • Warme Mütze, Handschuhe und einen Schlauchschal oder Schal
  • Wasserdichte Schuhe mit gutem Profil und Schuhspikes zum Überziehen für vereiste Wege an den Wasserfällen
  • Eine Stirnlampe für die dunklen Morgen- und Abendstunden
  • Badesachen für die heißen Quellen

Eine einfache Winterroute

Für die erste Winterreise passt eine Woche zwischen Golden Circle und Südküste gut: kurze Fahrtage, geöffnete Campingplätze und viel zu sehen, solange es hell ist. Mit jeder Buchung bekommen Sie kostenlos einen Reiseplan für Ihre Daten und Ihren Camper, Tag für Tag, mit echten Fahrzeiten und einem Campingplatz für jede Nacht. Wie so eine Route aussieht, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner.

Häufige Fragen zu Island im Winter

Ist es sicher, im Winter in Island mit dem Camper zu fahren?

Auf den Hauptstraßen ja, wenn Sie Ihr Tempo den Bedingungen anpassen, jeden Morgen Straßen und Wetter prüfen und Ihre Pläne ändern, sobald eine Sturmwarnung vorliegt.

Friert man nachts im Camper?

Nicht in einem beheizten Camper. Der Campervan 2 Persons Premium und der Fiat Scudo 3 Family Campervan haben eine Diesel-Standheizung, die die ganze Nacht läuft und ohne Stromanschluss funktioniert.

Kann man im Winter die Ringstraße fahren?

Ja, aber im Norden und Osten können Straßen auch mal mehrere Tage am Stück gesperrt sein. Planen Sie Puffertage ein, oder bleiben Sie bei Ihrer ersten Winterreise im Süden und Westen.

Kann man im Winter ins Hochland fahren?

Nein. Die F-Straßen ins Hochland sind im Winter gesperrt.

Brauche ich im Winter einen 4x4?

Nein. Ins Hochland kommen Sie im Winter ohnehin nicht, und unsere 4x4-Camper mit Dachzelt sind nur für den Sommer gedacht. Für den Winter empfehlen wir die beiden beheizten Camper, und wie alle unsere Camper fahren sie im Winter mit Spikereifen.

Welche Campingplätze haben im Winter geöffnet?

Unter anderem die Reykjavík Eco Campsite, Skaftafell, Skógar, Vík, Hamrar in Akureyri und Egilsstaðir. In unserer Campingplatz-Übersicht finden Sie sie über den Filter „Im Winter geöffnet“, die aktuellen Öffnungszeiten auf tjalda.is.