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Polarlichter in Island: wann, wo und wie Sie die Nordlichter sehen

Polarlichter sehen Sie in Island von Ende August bis Mitte April, in dunklen, klaren Nächten und am häufigsten zwischen etwa 22 und 2 Uhr. Garantiert ist keine Nacht, doch mit der Vorhersage, etwas Geduld und einem Platz abseits der Lichter stehen Ihre Chancen gut.

Polarlichter in Island: wann, wo und wie Sie die Nordlichter sehen

Die Polarlichter in Island sind für viele Reisende einer der wichtigsten Gründe, überhaupt herzukommen. Meist leuchten sie grün, manchmal auch rosa oder violett. Als Bänder ziehen sie über den Nachthimmel, flackern, verblassen und tauchen an anderer Stelle wieder auf. Bestellen lassen sie sich allerdings nicht. Mit etwas Planung und realistischen Erwartungen verbessern Sie Ihre Chancen trotzdem deutlich.

Am flexibelsten sind Sie bei der Polarlichtsuche mit einem Camper: Sie fahren dorthin, wo der Himmel aufklart, und schlafen auf dem nächsten Campingplatz. Wie sich eine Reise mit möglichst vielen dunklen Nächten planen lässt, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner.

Bevor Sie abends losziehen, prüfen Sie auf vedur.is die Polarlicht- und Wolkenvorhersage sowie den Wetter- und Windbericht und bei SafeTravel Iceland die aktuellen Sicherheitshinweise.

 

Polarlichter in Island wirbeln über dem Berg Kirkjufell und spiegeln sich im stillen See davor

Wann sieht man Polarlichter in Island?

Für Polarlichter brauchen Sie zwei Dinge: Dunkelheit und einen klaren Himmel. Deshalb gibt es lange Zeiträume, in denen Sie keine Chance haben, ganz gleich, wie aktiv die Sonne gerade ist.

  • Saison im Herbst und Winter: Die Polarlichtsaison dauert von Ende August bis Mitte April, wenn die Nächte dunkel genug sind.
  • Im Sommer keine Chance: Von etwa Ende Mai bis Anfang August ist es nachts zu hell, rund um die Mitternachtssonne wird es gar nicht richtig dunkel. In dieser Zeit sehen Sie keine Polarlichter, auch wenn die Aktivität hoch ist.
  • Keine Garantie: Einen sicheren Polarlichtmonat gibt es nicht. Jede dunkle, klare Nacht zwischen Ende August und Mitte April kann Polarlichter bringen.
  • Uhrzeit: Am häufigsten zeigen sie sich zwischen etwa 22 und 2 Uhr, manchmal aber auch früher oder später.

Für Camperreisende hat das einen angenehmen Nebeneffekt: Die günstigsten Monate sind zugleich Polarlichtmonate. Von Oktober bis April kostet eine Woche in unserem Premium-Camper je nach Monat ca. 56.000 bis 73.000 ISK (≈ 410 bis 535 €), im Juli dagegen ca. 137.000 ISK. Über Weihnachten, Silvester und Ostern kann es teurer werden. Tageslicht, Straßen und Preise für jeden Monat stehen in unserem Ratgeber zur besten Reisezeit für Island.

Wo Sie die Nordlichter in Island am besten sehen

Stimmen die Bedingungen, sehen Sie Polarlichter fast überall im Land. Entscheidend ist, dem Licht der Orte zu entkommen und freie Sicht auf den Himmel zu haben.

  • Außerhalb der Orte: Fahren Sie ein Stück aus Reykjavík oder Akureyri hinaus, auf einen Parkplatz oder Aussichtspunkt abseits der Fahrbahn, und geben Sie Ihren Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Halten Sie nie einfach auf der Straße an, auch nicht kurz.
  • Campingplätze auf dem Land: Hier sind Sie bestens aufgehoben. Sie steigen aus dem Camper, schauen nach oben und wärmen sich zwischendurch drinnen wieder auf.
  • Küste und weite Ebenen: Strände, Fjorde und flache Täler bieten einen weiten Horizont, ohne dass Berge oder Häuser im Weg stehen.
  • In der Stadt: Bei starker Aktivität sehen Sie schwache Polarlichter auch in Reykjavík, am ehesten in Parks oder am Wasser. Die Stadtbeleuchtung lässt sie aber deutlich blasser wirken.

So erhöhen Sie Ihre Chancen auf Polarlichter

Ein bisschen Glück gehört immer dazu. Mit ein paar einfachen Regeln können Sie aber kräftig nachhelfen.

Polarlicht-Vorhersage und Bewölkung prüfen

  • Die Polarlicht-Vorhersage auf vedur.is zeigt, wie stark die Aktivität voraussichtlich wird, meist auf einer Skala von 0 bis 9.
  • Schauen Sie auf derselben Seite auch auf die Wolkenkarte. Ein starkes Polarlicht hinter einer dichten Wolkendecke bleibt vom Boden aus unsichtbar. Ein klarer Himmel zählt deshalb mehr als eine hohe Zahl.

Licht meiden

  • Fahren Sie weg von hellen Straßenlaternen und großen Gebäuden.
  • Schalten Sie die Innenbeleuchtung im Auto oder Camper aus und nutzen Sie, wenn möglich, das Rotlicht Ihrer Stirnlampe. So bleiben Ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt.

Geduld mitbringen und warm anziehen

  • Planen Sie mindestens ein bis zwei Stunden draußen oder zumindest in Türnähe ein. Polarlichter kommen oft in kurzen Schüben und nicht als durchgehende Vorstellung.
  • Ziehen Sie mehrere Schichten an, außen eine winddichte Jacke, dazu Mütze, Handschuhe und gefütterte Schuhe. Wer lange still steht, friert schneller, als man denkt.

Oder mit einer geführten Tour

  • Bei geführten Polarlichttouren suchen ortskundige Guides je nach Wetter und Straßen einen guten Platz für die Nacht aus.
  • Das ist eine sichere Alternative, wenn Sie im Winter keine Erfahrung mit Schnee und Eis auf der Straße haben.

Polarlichter mit dem Camper erleben

Mit dem Camper sind Sie dort, wo die Wolken aufreißen, und haben Ihr warmes Bett gleich dabei. Ein paar Dinge sollten Sie wissen:

  • Warm durch die Nacht: Unsere Modelle Premium und Scudo haben eine Diesel-Standheizung, die ohne Stromanschluss auskommt.
  • Spikereifen: Im Winter fahren alle unsere Camper mit Spikereifen.
  • Schauen auf dem Parkplatz, schlafen auf dem Campingplatz: Wildcampen ist in Island nicht erlaubt. Für die Polarlichter fahren Sie auf einen sicheren Parkplatz oder Aussichtspunkt, für die Nacht auf einen Campingplatz. Skaftafell, Vík, Skógar, Egilsstaðir, Hamrar in Akureyri und die Reykjavík Eco Campsite haben das ganze Jahr geöffnet; mehr dazu in unserer Übersicht der Campingplätze in Island.
  • Ausgeschlafen weiterfahren: Nach einer langen Polarlichtnacht fahren Sie erst weiter, wenn Sie ausgeschlafen sind. Was im Winter auf Islands Straßen sonst noch zählt, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Autofahren in Island.

 

Grüne Polarlichter in Island spannen sich über den Himmel, darunter die mondbeschienene Küste und Berge in der Ferne

Mythen und Sagen rund um die Polarlichter

In vielen alten Geschichten und Vorstellungen spielen die Polarlichter eine Rolle, und wer sie kennt, sieht den Himmel mit anderen Augen.

  • Manche glaubten früher, die Lichter zeigten Kämpfe zwischen himmlischen Mächten, und die Farben stünden für das Gefecht.
  • Andere Erzählungen verbinden sie mit den Walküren oder mit Geistern, die gefallene Krieger geleiten. Das Schimmern am Himmel galt als Widerschein ihrer Schilde.
  • Ein verbreiteter Aberglaube warnt davor, die Lichter anzupfeifen oder ihnen zuzuwinken. Sonst kämen sie näher und nähmen einen mit.

Heute erzählt man sich solche Geschichten eher als Folklore, ernsthaft daran glauben dürften die wenigsten. Trotzdem verbinden sie die Polarlichtjagd von heute mit Islands Kultur und Geschichte.

Polarlichter in Island fotografieren: die wichtigsten Einstellungen

Für gute Polarlicht-Fotos brauchen Sie etwas Grundwissen über Ihre Kamera, Profi müssen Sie dafür nicht sein. Es hilft sehr, die Einstellungen vorher einmal bei Tageslicht zu üben.

  • Kamera: Am besten eignet sich eine Spiegelreflex- oder spiegellose Systemkamera, bei der Sie alles manuell einstellen können.
  • Stativ: Ohne stabiles Stativ geht es nicht, denn Sie belichten lange.
  • Blende: Öffnen Sie die Blende weit, etwa auf f/2,8 oder so weit, wie Ihr Objektiv es zulässt.
  • ISO: Beginnen Sie mit ISO 800 bis 3200 und passen Sie den Wert an, je nachdem, wie hell die Polarlichter sind und wie stark Ihre Kamera rauscht.
  • Belichtungszeit: Probieren Sie 5 bis 20 Sekunden. Mit kürzeren Zeiten bleiben schnell ziehende Lichter schärfer.
  • Fokus: Stellen Sie auf manuellen Fokus um und fokussieren Sie auf ein helles, weit entferntes Objekt oder knapp vor Unendlich.
  • Akkus: Nehmen Sie Ersatzakkus mit und tragen Sie sie warm in einer Innentasche. Kälte leert Akkus schneller.
Kräftige grüne und rote Polarlichter über einem dunklen Parkplatz in Island, auf dem Reisende neben ihren abgestellten Fahrzeugen stehen

Häufige Fragen zu Polarlichtern in Island

Wann ist die beste Reisezeit für Polarlichter in Island?

Von Ende August bis Mitte April, in dunklen, klaren Nächten. Einen garantierten Monat gibt es nicht, wichtiger als der Kalender sind Dunkelheit und ein wolkenfreier Himmel.

Sieht man im Winter jede Nacht Polarlichter?

Nein. Auch mitten im Winter gibt es viele Nächte, in denen die Aktivität zu schwach ist oder Wolken den Himmel verdecken. Manche sehen gleich in der ersten Nacht ein starkes Polarlicht, andere brauchen mehrere Anläufe.

Brauche ich spezielle Kleidung für die Polarlichter?

Eine Expeditionsausrüstung brauchen Sie nicht, warme Schichten aber schon: Funktionsunterwäsche, eine wärmende Zwischenschicht, eine gefütterte Jacke, Mütze, Schal, Handschuhe und gute Stiefel. Dann wird das Warten in der Kälte deutlich angenehmer.

Kann man Polarlichter in Reykjavík sehen?

Ja, in Nächten mit starker Aktivität manchmal schon, am ehesten in dunkleren Parks oder am Wasser. Die Lichter der Stadt nehmen ihnen aber viel Kontrast, auf dem Land wirken die Polarlichter deutlich heller.

Ist die Polarlichtsuche gefährlich?

Von einem sicheren Parkplatz, Aussichtspunkt oder Campingplatz aus nicht. Riskant wird es, wenn Sie übermüdet fahren, nachts auf vereisten Straßen unterwegs sind oder in unsicheres Gelände laufen. Halten Sie nie auf der Fahrbahn, bleiben Sie auf markierten Straßen (Offroad-Fahren ist in Island verboten) und beachten Sie Winterwarnungen.

Muss ich eine Tour buchen, um Polarlichter zu sehen?

Nein. Viele beobachten die Polarlichter auf eigene Faust, vor allem mit Camper oder Mietwagen. Eine Tour lohnt sich, wenn Sie nachts nicht selbst fahren möchten oder lieber Guides die Wetter- und Polarlichtvorhersage für Sie lesen lassen.

Kann man im Winter mit dem Camper auf Polarlichtsuche gehen?

Ja. Im Winter fahren alle unsere Camper mit Spikereifen, die Modelle Premium und Scudo haben eine Diesel-Standheizung, und mehrere Campingplätze sind das ganze Jahr geöffnet. Übernachten dürfen Sie nur auf Campingplätzen, zum Schauen eignen sich sichere Parkplätze und Aussichtspunkte.

Bevor Sie losfahren

Garantiert sind Polarlichter in Island nie, und gerade das macht sie so besonders. Vielleicht stehen Sie eine Stunde an einem kalten Hang und sehen nichts. Vielleicht schauen Sie nur kurz nach oben, und der ganze Himmel bewegt sich in grünem Licht. Mit realistischen Erwartungen, guter Planung und etwas Spielraum in der Route haben Sie eine echte Chance, dass sich der Himmel auch über Ihnen grün färbt.

Wenn Sie Ihre Reise rund um die Polarlichter planen, ist ein Camper die einfachste Lösung: Sie übernachten auf ruhigen Campingplätzen auf dem Land und gehen hinaus, sobald die Vorhersage gut aussieht. Legen Sie die Reise in die dunklen Monate, rechnen Sie im Sommer nicht mit Polarlichtern und schauen Sie abends oft nach oben. Den passenden Camper mit Preisen für Ihre Reisedaten finden Sie unter Wohnmobil mieten in Island.