Viele der bekanntesten Szenen aus Game of Thrones sind an echten Orten entstanden, und eine ganze Reihe davon liegt in Island. Wer dort stehen möchte, wo Jon Schnee (im Original Jon Snow), Arya Stark und die Wildlinge unterwegs waren, findet die Game-of-Thrones-Drehorte in Island erstaunlich leicht: am Golden Circle, an der Südküste, rund um den Mývatn und auf Snæfellsnes.
Von der zweiten bis zur achten Staffel kam das Team immer wieder hierher, denn Island sah schon von Natur aus wie eine Fantasywelt aus: Gletscher, schwarze Strände und zerklüftete Lavafelder brauchten kaum Spezialeffekte. Mit dem Camper folgen Sie den Spuren der Dreharbeiten in Ihrem eigenen Tempo und erkunden den echten Norden von Westeros.
Warum die Serie in Island gedreht wurde
Gesucht waren Landschaften, die uralt und unwirtlich wirken. In Island bietet fast jede Region eine andere dramatische Kulisse für die Welt jenseits der Mauer und den Norden von Westeros:
- Gletscher und Schneefelder für die Szenen jenseits der Mauer
- Lavafelder und schroffe Felsen, die ganz ohne Kulissenbau fremdartig aussehen
- schwarze Sandstrände für die düstere, stürmische Stimmung an der Küste
- Wasserfälle, Klippen und Schluchten, die der Serie echte Größe geben
Oft musste das Team nur noch Schauspieler und Kostüme mitbringen. Den Rest erledigte die Landschaft.
Die wichtigsten Game-of-Thrones-Drehorte in Island
Die meisten Drehorte lassen sich gut in eine Rundreise über die Ringstraße einbauen. Hier die bekanntesten, jeweils mit den Szenen, die dort entstanden sind.
Nationalpark Þingvellir: das Blutige Tor
Im Nationalpark Þingvellir drehte das Team für Staffel 4 Szenen von Aryas Reise mit dem Bluthund, darunter die Ankunft am Blutigen Tor (im Original Bloody Gate). Der Park liegt im Grabenbruch zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte. Tiefe Spalten, Felswände und Wasserfälle passen genau zum rauen Bild, das die Serie vom Norden zeichnet.
Wie Sie Þingvellir mit Geysir, Gullfoss und Kerið zu einer Tagesetappe verbinden, zeigt unser Ratgeber zum Golden Circle in Island.
Þórufoss: Drogon und die Ziegen
Nicht weit vom See Þingvallavatn liegt der Wasserfall Þórufoss. Hier fällt in Staffel 4 der Drache Drogon über eine Ziegenherde her. Der Abstecher passt gut zu einem Tag in Þingvellir.
Kirkjufell: der Berg wie eine Pfeilspitze

Der Kirkjufell auf der Halbinsel Snæfellsnes ist in Staffel 7 der Berg jenseits der Mauer, der aussieht wie eine Pfeilspitze (im Original „Arrowhead Mountain“). Mit seinem spitzen Gipfel und dem Wasserfall Kirkjufellsfoss davor gehört er zu den meistfotografierten Motiven Islands. Für den Parkplatz zahlen Sie eine Gebühr.
Wie Sie den Kirkjufell mit den übrigen Höhepunkten der Halbinsel verbinden, steht in unserer Route Snæfellsnes und Golden Circle in 3 Tagen.
Dimmuborgir: das Lager der Wildlinge
Östlich des Mývatn liegt das Lavafeld Dimmuborgir mit seinen bizarren Bögen und Felstürmen. In Staffel 3 schlagen hier die Wildlinge um Manke Rayder (im Original Mance Rayder) ihr Lager auf, und auch sonst prägen die zerklüfteten Formen das Land jenseits der Mauer. Auf einem Spaziergang durch Dimmuborgir erkennen Sie manche Felsen aus der Serie wieder.
Grjótagjá: die Höhle von Jon und Ygritte
Berühmt wurde die kleine Höhle mit warmem Wasser nahe dem Mývatn durch eine Szene zwischen Jon Schnee und Ygritte in Staffel 3. Sie ist in Privatbesitz, und Baden ist dort nicht erlaubt. Das Wasser wäre dafür ohnehin zu heiß, und seine Temperatur schwankt. Halten Sie den Besuch kurz, gehen Sie vorsichtig und beachten Sie Schilder und Absperrungen.
Vatnajökull: das Land jenseits der Mauer
Teile des Vatnajökull und seiner Gletscherzungen, etwa der Svínafellsjökull, lieferten die weiten Bilder vom Land jenseits der Mauer. Eisfelder und Gletscherspalten bildeten die echte Kulisse für Märsche durch die Kälte und für Schlachtszenen, digital nachbearbeitet werden musste kaum etwas.
Aufs Eis geht es nur mit einem lizenzierten Guide, das gilt für jede Gletscherwanderung. Was Sie im Nationalpark ohne Guide sehen können, etwa die Gletscherlagunen und Skaftafell, lesen Sie in unserem Ratgeber Vatnajökull-Nationalpark auf eigene Faust.
Reynisfjara und Dyrhólaey: Ostwacht an der See
Der schwarze Strand Reynisfjara mit seinen Basaltsäulen und die Gegend um die Dyrhólaey dienten in Staffel 7 als Kulisse für Ostwacht an der See (Eastwatch-by-the-Sea). Wegen der Klippen und der ständigen Brandung des Atlantiks lohnt sich der Besuch auch ohne die Serie.
Die Wellen sind hier allerdings gefährlich: Sogenannte Sneaker Waves laufen ohne Vorwarnung weit den Strand hinauf. Richten Sie sich nach der Warnampel am Zugang und bleiben Sie weit weg vom Wasser. Mehr dazu in unserem Ratgeber Reynisfjara: Sperrzonen, Erosion und Sicherheit.
Dreharbeiten unter harten Bedingungen
An den Drehorten in Island ging es manchmal so rau zu wie in der Handlung. Cast und Crew arbeiteten unter Bedingungen, die selbst erfahrene Wanderer fordern.
- Kälte: Im Winter lagen die Temperaturen oft weit unter dem Gefrierpunkt, mit dem Wind fühlte es sich noch kälter an.
- Wenig Tageslicht: Mitten im Winter blieben manchmal nur wenige brauchbare Stunden Licht.
- Abgelegene Drehorte: Technik und Kostüme mussten über Schnee, Eis und holprige Pisten transportiert werden.
- Sturm und Wind: Das Wetter konnte einen Drehtag sehr kurzfristig beenden.
Trotzdem kam das Team immer wieder, weil die Landschaft auf dem Bildschirm so echt wirkte.
So besuchen Sie die Drehorte mit dem Camper
Bis auf das Eis der Gletscher erreichen Sie alle genannten Drehorte auf eigene Faust. Ein paar Tipps für unterwegs:
- Prüfen Sie vor der Fahrt den Straßenzustand auf umferdin.is oder road.is und das Wetter auf vedur.is.
- Ziehen Sie sich nach dem Zwiebelprinzip an, mit wind- und wasserdichter Außenschicht.
- Bleiben Sie auf markierten Wegen, zum Schutz der empfindlichen Natur und wegen der Gefahren an Klippen und Wellen.
- Nehmen Sie Ersatzakkus und Speicherkarten mit, denn in der Kälte sind Akkus schnell leer.
Mit dem Camper legen Sie Ihre Besuche auf Sonnenaufgang, Sonnenuntergang oder die ruhigen Stunden, wenn die meisten Reisebusse schon wieder weg sind. Übernachtet wird dabei immer auf Campingplätzen, nicht an den Drehorten.
Die beste Reisezeit
Am bequemsten besuchen Sie die Drehorte von Ende Mai bis September: Die Straßen sind dann meist frei und die Tage lang. Wer die echte Winterkulisse sucht, kommt zwischen November und März und muss mit Schnee, Eis und wenig Tageslicht rechnen.
Auch im Winter erreichen Sie viele Drehorte über die Hauptstraßen, am besten in einem unserer beheizten Camper, dem Campervan 2 Persons Premium oder dem Fiat Scudo 3 Family Campervan. Wie alle unsere Camper fahren sie dann mit Spikereifen. Straßen können im Winter aber auch gesperrt sein, und unsere 4x4-Camper mit Dachzelt sind nur für den Sommer gedacht.
Wissenswertes zu den Dreharbeiten
- In den frühen Staffeln kam der Schnee an Drehorten in anderen Ländern oft aus der Maschine. In Island konnte sich das Team dann auf echten Winter verlassen.
- Viele weite Einstellungen jenseits der Mauer zeigen echte isländische Bergkämme und Gletscher, nur leicht digital bearbeitet.
Bevor Sie losfahren
An den Drehorten in Island werden bekannte Szenen zu Orten, durch die Sie selbst gehen. Sie sehen keine Kulissen, sondern echte Klippen, Höhlen, Gletscher und Strände, die ihre eigenen Geschichten haben. Dafür brauchen Sie keine eigene Drehortreise. Schon ein paar Stationen auf Ihrer Rundreise genügen, um mitten in Westeros zu stehen und zugleich zu spüren, wie wild Island selbst ist.
Mit etwas Planung reihen sich die Drehorte zu einer Rundreise. Sie starten in Þingvellir und am Þórufoss, fahren die Südküste entlang, mit einem Stopp am Skógafoss, nach Reynisfjara und zur Dyrhólaey und weiter zum Vatnajökull. Im Norden warten Dimmuborgir und Grjótagjá am Mývatn, und zum Schluss steht der Kirkjufell auf Snæfellsnes. Unterwegs merken Sie schnell, warum die Produktion immer dann nach Island kam, wenn der Norden echt wirken sollte.
Mit jeder Buchung bekommen Sie unseren kostenlosen Reiseplaner: Ihre Route Tag für Tag, mit echten Fahrzeiten und einem Campingplatz für jede Nacht. Wie so eine Strecke aussieht, zeigt unsere Island-Rundreise mit dem Camper. Mit welchem Camper Sie die Drehorte abfahren und was er für Ihre Daten kostet, sehen Sie unter Wohnmobil in Island mieten.
Häufige Fragen zu den Game-of-Thrones-Drehorten in Island
Wo liegen die wichtigsten Drehorte von Game of Thrones in Island?
Im Nationalpark Þingvellir, am Wasserfall Þórufoss, am Kirkjufell auf Snæfellsnes, im Lavafeld Dimmuborgir und in der Höhle Grjótagjá am Mývatn, an Gletschern des Vatnajökull wie dem Svínafellsjökull sowie in Reynisfjara und an der Dyrhólaey an der Südküste.
Brauche ich eine geführte Tour für die Drehorte?
Für die meisten nicht. Þingvellir, Þórufoss, Kirkjufell, Dimmuborgir und Reynisfjara erreichen Sie gut auf eigene Faust mit dem Camper. Aufs Eis der Gletscher geht es dagegen nur mit einem lizenzierten Guide.
Wann ist die beste Reisezeit für die Drehorte?
Am bequemsten von Ende Mai bis September, wenn die Straßen meist frei und die Tage lang sind. Für echte Winterkulissen kommen Sie zwischen November und März, rechnen dann aber mit Schnee, Eis und kurzen Tagen.
Kann ich die Drehorte auch im Winter besuchen?
Viele ja, über die Hauptstraßen und in einem beheizten Camper mit Spikereifen. Straßen können aber gesperrt sein. Prüfen Sie deshalb jeden Morgen umferdin.is und vedur.is, und unterschätzen Sie Wind und Eis nie.
Darf man in der Grjótagjá baden?
Nein. Die Höhle ist in Privatbesitz, und Baden ist dort nicht erlaubt. Schauen Sie sich die Höhle kurz und vorsichtig an und beachten Sie die Schilder vor Ort.





