Routenidee

Snæfellsnes und Golden Circle in 3 Tagen mit dem Camper

Drei Tage reichen für den Golden Circle und die Halbinsel Snæfellsnes. Die Route ist durchgehend asphaltiert, die längsten Fahrtage sind Tag 2 und Tag 3, und von Mai bis September genügt ein 2WD-Camper.

Snæfellsnes und Golden Circle in 3 Tagen mit dem Camper

Die Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands gilt als „Island in Miniatur“: Berge, Fjorde, Strände, Lavafelder und Fischerdörfer liegen hier auf engem Raum beieinander. Zusammen mit dem Golden Circle ergibt sie eine Camperroute für drei Tage, die gut in ein verlängertes Wochenende passt.

Viele glauben, sie müssten die ganze Ringstraße fahren, um das echte Island zu sehen. Mit einem guten Plan erleben Sie aber auch in drei Tagen viele Klassiker, ohne von Stopp zu Stopp zu hetzen. Im Camper entfallen außerdem Hotel-Check-in, Busfahrpläne und die Parkplatzsuche in der Stadt, und Sie übernachten auf Campingplätzen nahe bei Wasserfällen, Lavafeldern und kleinen Häfen.

Weißer Fiat-Doblo-Camper vor einem grünen Hang, an dem Islandpferde grasen

Snæfellsnes und Golden Circle: die Route im Überblick

  • Dauer: 3 Tage und 2 Nächte
  • Strecke: von Keflavík über den Golden Circle nach Selfoss, dann rund um die Halbinsel Snæfellsnes und zurück
  • Fahrzeit: an Tag 1 etwa 3,5 Stunden plus Stopps. Tag 2 und Tag 3 sind die längsten Fahrtage, planen Sie an diesen Tagen reichlich Zeit für die Stopps ein.
  • Beste Reisezeit: Mai bis September, mit langen Tagen und einfacheren Straßen
  • Fahrzeug: Ein 2WD-Camper reicht in der Regel, denn die ganze Route verläuft auf asphaltierten Straßen.

Tag 1: Golden Circle

Route: Flughafen Keflavík → Großraum Reykjavík → Þingvellir → Geysir → Gullfoss → Campingplatz Selfoss

Fahrzeit: etwa 3,5 Stunden plus Stopps

Nach der Übernahme in Keflavík nehmen Sie sich ein paar Minuten, um im Camper anzukommen: Sitz einstellen, nachsehen, wo Kochausrüstung und Bettzeug verstaut sind. Dann geht es an Reykjavík vorbei hinaus zum Golden Circle. Der erste Tag gehört der Geschichte und der Erdwärme.

  • Þingvellir: Der Nationalpark liegt im Grabenbruch zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte und gehört zum UNESCO-Welterbe. Schon vor mehr als 1.000 Jahren tagte hier eines der ersten Parlamente der Welt. Gehen Sie ein Stück durch die Schlucht Almannagjá: Zwischen den hohen Felswänden wirkt sie wie eine natürliche Festung.
  • Geysir: Nach etwa 50 Minuten Fahrt erreichen Sie das Geothermalgebiet im Tal Haukadalur. Den Schwefel riechen Sie meist, bevor Sie den Dampf sehen. Der Strokkur bricht alle 5 bis 10 Minuten aus und schleudert kochendes Wasser bis zu 30 Meter hoch. Fürs Foto lohnt es sich, auf die leuchtend blaue Blase zu warten, die sich kurz vor dem Ausbruch wölbt.
  • Gullfoss: Rund zehn Minuten weiter stürzt der Gullfoss in zwei Stufen in eine enge Schlucht. Scheint die Sonne, steht über der Gischt oft ein Regenbogen.

Mehr zu den einzelnen Stopps, zu Parkgebühren und zum Krater Kerið lesen Sie in unserem Ratgeber Golden Circle in Island.

Übernachtung: Am Abend fahren Sie nach Süden zum Campingplatz Selfoss. Er ist ein praktischer Stützpunkt mit Duschen und Supermärkten in der Nähe, und hier kaufen Sie gleich für die nächsten zwei Tage ein.

Der Strokkur bricht bei Sonnenuntergang im Geothermalgebiet Geysir am Golden Circle aus

Tag 2: die Halbinsel Snæfellsnes

Route: Selfoss → an Reykjavík vorbei → Borgarnes → Grundarfjörður → Kirkjufell → Djúpalónssandur → Hellnar oder Arnarstapi

Unterwegs: Das ist einer der beiden längsten Fahrtage der Route. Starten Sie früh und lassen Sie sich Zeit für die Fotostopps.

Am zweiten Tag lassen Sie den Trubel am Golden Circle hinter sich und fahren nach Westen. Auf Snæfellsnes wechseln sich Berge, Fjorde, Strände und Lavafelder auf wenigen Kilometern ab, und so fühlt sich dieser Tag an wie ein Roadmovie.

Kirkjufell

Hinter Borgarnes folgen Sie der Straße Richtung Grundarfjörður. Schon von Weitem erkennen Sie die spitze Form des Kirkjufell, die Sie vermutlich von Fotos und aus Serien kennen. Wer Game of Thrones gesehen hat, erinnert sich an ihn aus den Szenen jenseits der Mauer.

Stellen Sie den Camper auf dem großen Parkplatz ab und gehen Sie hinauf zum Wasserfall Kirkjufellsfoss. Von dort haben Sie das berühmte Motiv: vorn der Wasserfall, dahinter der Gipfel. Werfen Sie auch einen Blick auf den Fjord, denn nah am Ufer tummeln sich oft Robben im Wasser.

Djúpalónssandur

Auf dem Weg um die Spitze der Halbinsel kommen Sie nach Djúpalónssandur, einem Strand aus schwarzen Kieseln. Die vulkanischen Steine sind glatt geschliffen, und über den Strand verstreut liegen die rostigen Reste eines Schiffswracks.

  • Die Hebesteine: Am Strand liegen vier alte Steine, die zwischen 23 und 154 Kilogramm wiegen. Früher mussten Fischer damit ihre Kraft beweisen, bevor sie auf einem Boot anheuern durften. Probieren Sie es ruhig aus, aber nur, wenn Ihr Rücken mitspielt.

Arnarstapi und Hellnar

Weiter an der Südküste der Halbinsel liegen Hellnar und der kleine Fischerort Arnarstapi. Steile Basaltklippen, natürliche Steinbögen und lautstarke Seevögel auf den Felsvorsprüngen prägen hier die Küste.

  • Die Wanderung: Zwischen Arnarstapi und Hellnar führt ein einfacher Küstenweg, etwa 2,5 km pro Strecke, fast eben und mit vielen Aussichtspunkten über Felsbögen und Brandung.

Übernachtung: auf dem Campingplatz in Hellnar oder in Arnarstapi. In klaren Nächten können Sie den Gletscher Snæfellsjökull über dem Horizont aufragen sehen, und ab Ende August haben Sie in dunklen Nächten sogar Chancen auf Polarlichter.

Der Berg Kirkjufell mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss auf der Halbinsel Snæfellsnes

Tag 3: Snæfellsjökull, die schwarze Kirche von Búðir und zurück

Route: Hellnar oder Arnarstapi → Gebiet um den Snæfellsjökull → Búðir → Stykkishólmur → Reykjavík oder Keflavík

Unterwegs: Auch der letzte Tag ist ein langer Fahrtag. Planen Sie genug Zeit für die Stopps und für die Rückfahrt ein.

Snæfellsjökull, der Vulkan aus dem Roman

Am letzten Morgen wachen Sie in der Nähe eines berühmten Vulkans auf. Der vergletscherte Snæfellsjökull ist der Schauplatz von Jules Vernes Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Auch ohne Gletschertour lohnt die Fahrt: Die Lavafelder ringsum wirken wie eine Science-Fiction-Kulisse. Auf den Gletscher selbst geht es ohnehin nur mit einem lizenzierten Guide.

Die schwarze Kirche von Búðir

Anschließend fahren Sie zurück Richtung Osten und halten in Búðir. Dort steht eine kleine schwarze Holzkirche ganz allein in einem Lavafeld, hinter ihr das Meer und die Berge. Das dunkle Holz vor hellem Gras und blauem Himmel macht sie zu einem der schönsten Fotomotive der ganzen Route.

Stykkishólmur und die Rückfahrt

Bevor es zurück nach Reykjavík geht, lohnt sich ein Halt in der Hafenstadt Stykkishólmur. Bunte Häuser, ein kleiner Aussichtshügel und ein belebter Hafen machen den Ort zu einem ruhigen letzten Stopp, und für eine heiße Fischsuppe ist er genau richtig.

Die Heimfahrt: Über Borgarnes kommen Sie zurück auf die Ringstraße (Route 1) und fahren nach Reykjavík oder direkt nach Keflavík.

Praktische Tipps für Ihre Camperreise

  • Einkaufen: Lebensmittel sind in Island teuer. Decken Sie sich bei Bónus oder Krónan in Keflavík, Reykjavík oder Borgarnes mit Vorräten ein, bevor Sie in die kleineren Orte kommen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Supermarkt in Island.
  • Wetter: In Island kann es innerhalb weniger Stunden umschlagen. Schauen Sie jeden Morgen auf vedur.is und ändern Sie Ihren Plan, wenn starker Wind oder viel Regen angesagt ist.
  • Straßen: Die ganze Route ist asphaltiert, ein normaler 2WD-Camper reicht. Fahren Sie in engen Kurven und bei Gegenverkehr trotzdem langsam; auf asphaltierten Straßen gilt Tempo 90.
  • Tanken: Tanken Sie in Orten wie Selfoss, Borgarnes und Stykkishólmur. An der äußeren Spitze der Halbinsel gibt es weniger Tankstellen, füllen Sie also lieber früh nach.
  • Übernachten: Mit dem Camper stehen Sie nachts nur auf Campingplätzen, Wildcampen ist in Island nicht erlaubt. Weitere Plätze für eine längere Reise finden Sie in unserer Übersicht der Campingplätze in Island.
  • Im Winter: Auf Snæfellsnes ändern sich die Bedingungen im Winter sehr schnell. Nehmen Sie dann einen unserer beheizten Camper, den Campervan 2 Persons Premium oder den Fiat Scudo 3 Family; wie alle unsere Camper fahren sie im Winter mit Spikereifen. Unsere 4x4-Camper mit Dachzelt empfehlen wir im Winter nicht, sie sind nur für den Sommer gedacht. Planen Sie kürzere Etappen, denn im Dezember hat Reykjavík nur 4 bis 5 Stunden Tageslicht, und prüfen Sie jeden Morgen auf umferdin.is, welche Straßen offen sind. Mehr dazu in unserem Ratgeber Island im Winter mit dem Camper.
  • Erste Camperreise: Wie Übernahme, Kochen, Duschen und Tagesetappen im Alltag funktionieren, erklärt unser Ratgeber Island mit dem Wohnmobil.
  • Mehr Zeit: Wie es nach Snæfellsnes weitergehen kann, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner.

Den passenden Camper für diese Route finden Sie mit Preisen für Ihre Reisedaten unter Wohnmobil mieten in Island.

Häufige Fragen zu Snæfellsnes und dem Golden Circle

Reichen drei Tage für den Golden Circle und Snæfellsnes?

Ja, wenn Sie morgens früh losfahren. Die ganze Ringstraße schaffen Sie in der Zeit nicht, aber Sie sehen viele berühmte Ziele. Am längsten fahren Sie an Tag 2 und Tag 3, planen Sie an diesen Tagen genug Zeit für die Stopps ein.

Brauche ich für diese Route einen 4x4-Camper?

Nein. Golden Circle und Snæfellsnes sind bei normalen Bedingungen durchgehend asphaltiert. Von Mai bis September reicht ein 2WD-Camper, solange Sie vorsichtig fahren und die Wettermeldungen im Blick behalten.

Kann ich die Route auch im Winter fahren?

Ja, aber auf Snæfellsnes kann das Wetter im Winter sehr schnell umschlagen. Nehmen Sie dann den Campervan 2 Persons Premium oder den Fiat Scudo 3 Family: Beide sind beheizt und fahren im Winter mit Spikereifen, während unsere 4x4-Camper mit Dachzelt nur für den Sommer gedacht sind. Planen Sie kurze Fahrtage und prüfen Sie jeden Morgen vor der Abfahrt vom Campingplatz den Straßenzustand auf umferdin.is. Welche Plätze offen haben, zeigt unsere Campingplatz-Übersicht mit dem Filter „Im Winter geöffnet“.

Wo übernachtet man auf dieser Route?

Die meisten übernachten nach dem Golden Circle auf dem Campingplatz in Selfoss und am zweiten Abend in Arnarstapi oder Hellnar. Am dritten Tag geben Sie den Camper in Keflavík zurück oder bleiben noch eine Nacht in der Nähe von Reykjavík, zum Beispiel auf der Reykjavík Eco Campsite.

Was sollte man auf Snæfellsnes gesehen haben?

Den Kirkjufell mit seinem Wasserfall, den schwarzen Kieselstrand Djúpalónssandur, den Küstenweg zwischen Arnarstapi und Hellnar, die schwarze Kirche von Búðir und den Gletschervulkan Snæfellsjökull. Wenn Zeit bleibt, kommt der Hafenort Stykkishólmur dazu.