Nationalpark

Vatnajökull-Nationalpark auf eigene Faust: Gletscherlagunen, Skaftafell und was nur mit Guide geht

Jökulsárlón, Fjallsárlón, Skaftafell und den Svartifoss erreichen Sie ohne Tour, die Gletscherlagunen sogar direkt von der Ringstraße aus. Aufs Eis, in Eishöhlen und zu Gletscherwanderungen geht es dagegen nur mit einem lizenzierten Guide.

Vatnajökull-Nationalpark auf eigene Faust: Gletscherlagunen, Skaftafell und was nur mit Guide geht

Der Vatnajökull-Nationalpark gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften Islands und zu den größten Schutzgebieten Europas. Gletscher, Vulkane, Wasserfälle und weite Wildnis liegen hier dicht beieinander, und vieles davon erreichen Sie auf eigene Faust, ganz ohne geführte Tour.

Der Park umfasst etwa 13 bis 14 % der Fläche Islands und reicht vom Südosten über den Osten bis in den Nordosten des Landes.

Was Sie ohne Tour sehen können, was nur mit Guide geht und worauf es bei Sicherheit und Jahreszeit ankommt, lesen Sie hier.

Großer, bizarr geformter blauer Eisberg auf einer Gletscherlagune im Vatnajökull-Nationalpark in Island

Was den Vatnajökull-Nationalpark so besonders macht

Der Vatnajökull-Nationalpark lebt von Gegensätzen. Gewaltige Gletscher liegen über aktiven Vulkansystemen, dazwischen ziehen sich tiefe Schluchten, verzweigte Flüsse und moosbedeckte Lavafelder. Seinen Namen hat der Park vom Vatnajökull, dem nach Volumen größten Gletscher Europas.

Gegründet wurde der Nationalpark 2008: Er fasst den Gletscher und die früheren Nationalparks Skaftafell und Jökulsárgljúfur zu einem Schutzgebiet zusammen. Seit 2019 gehört er zum UNESCO-Welterbe, wegen seines außergewöhnlichen geologischen Werts und weil sich hier zeigt, wie Gletscher und Vulkane zusammenwirken.

Anders als kleinere Nationalparks ist der Vatnajökull kein einzelnes Ziel. Er besteht aus mehreren Regionen, jede mit eigener Landschaft, eigenen Zugängen und eigenen Einschränkungen je nach Jahreszeit.

Gletscherzunge zwischen dunklen Bergen im Vatnajökull-Nationalpark, aus der Luft

Vatnajökull ohne Tour: was auf eigene Faust geht

Eine ganze Menge. Große Teile des Nationalparks können Sie selbstständig besuchen.

Ohne Tour kommen Sie aus, wenn Sie Gletscherzungen von Aussichtspunkten aus sehen, auf markierten Wegen in gut erreichbaren Gebieten wandern, Wasserfälle und Gletscherlagunen besuchen und sich in den Besucherzentren und der Umgebung umschauen möchten.

Manches geht aber immer nur mit einem lizenzierten Guide: Gletscherwanderungen, Eishöhlen und überhaupt jeder Schritt auf einen Gletscher oder in Spaltenzonen. Am besten kombinieren Sie beides: Aussichtspunkte, Wanderwege und Lagunen fahren Sie mit dem Camper selbst an, und für alles auf dem Eis buchen Sie einen lizenzierten Guide.

Luftaufnahme eines Flusses, der an der rauen Küste Islands ins Meer mündet

Mit dem Auto zum Vatnajökull-Nationalpark

Am praktischsten erreichen Sie den Vatnajökull-Nationalpark mit dem Auto. Die meisten Reisenden kommen über die Ringstraße (Route 1), die am Süd- und Südostrand des Parks entlangführt.

Von Reykjavík bis Skaftafell sind Sie ohne lange Stopps etwa 4 bis 5 Stunden unterwegs. Die Strecke ist einfach zu fahren, und unterwegs gibt es viele Gründe anzuhalten, etwa den schwarzen Strand Reynisfjara bei Vík. Lesen Sie vorher unseren Ratgeber zu Reynisfjara, denn die Wellen sind dort gefährlicher, als sie aussehen.

Prüfen Sie vor der Fahrt immer Straßenzustand und Wetter, vor allem außerhalb des Sommers. Den offiziellen Straßenzustand finden Sie auf
road.is.

Regionen des Vatnajökull-Nationalparks, die Sie selbst erkunden können

Skaftafell

Skaftafell ist der am leichtesten erreichbare und besucherfreundlichste Teil des Parks. Gut markierte Wanderwege führen zu Aussichtspunkten mit Blick auf die Gletscherzungen und zum Wasserfall Svartifoss, einem der bekanntesten Ziele im Park.

Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón

Am Südostrand des Parks liegen die Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón, auf denen Eisberge in Richtung Meer treiben. Beide erreichen Sie direkt von der Ringstraße aus, ganz ohne besondere Ausrüstung. Fußwege und Aussichtspunkte machen sie für fast alle Reisenden gut zugänglich.

Der Norden und das Landesinnere

Der Norden und das Zentrum des Parks sind deutlich abgelegener. Ins Landesinnere führen F-Straßen, und die dürfen Sie bei uns nur mit einem 4x4 fahren: nur im Sommer und nur, wenn sie offiziell geöffnet sind, meist von Ende Juni bis Anfang oder Mitte September. Wer dort unterwegs ist, wird mit Einsamkeit belohnt, braucht aber eine sorgfältige Planung und Respekt vor den Bedingungen. Was Sie vor der ersten F-Straße wissen sollten, steht in unserem Ratgeber Hochland und F-Straßen in Island.

Luftaufnahme einer Gletscherlagune mit vielen treibenden Eisbergen im Vatnajökull-Nationalpark

Beste Reisezeit für den Vatnajökull-Nationalpark

Sommer

Im Sommer ist der Park am leichtesten zugänglich, die Tage sind lang und die Straßen offen. Zum Wandern sind die Bedingungen dann am besten, und Besucherzentren und alle anderen Angebote sind geöffnet.

Frühjahr und Herbst

Im späten Frühjahr und frühen Herbst ist weniger los, und die Landschaft verändert sich von Woche zu Woche. Schnee kann einzelne Gebiete noch versperren, die beliebten Ziele im Süden bleiben aber erreichbar.

Winter

Im Winter verwandelt sich der Park in eine Landschaft aus Eis und Schnee. Entlang der Ringstraße sind Sie weiterhin gut auf eigene Faust unterwegs, ins Landesinnere kommen Sie dann aber nicht, denn die F-Straßen sind gesperrt. Eishöhlen (von November bis März) und Gletscherwanderungen gibt es nur mit einem lizenzierten Guide. Was Sie für eine Camperreise in der kalten Jahreszeit wissen sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Island im Winter mit dem Camper.

Sicherheit im Vatnajökull-Nationalpark

Die Natur im Vatnajökull-Nationalpark ist wild und gewaltig. Auch in gut erreichbaren Gebieten sollten Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

  • Betreten Sie nie ohne Guide einen Gletscher.
  • Halten Sie sich an Wegsperrungen und Warnschilder.
  • Gehen Sie nicht nah an Gletscherkanten und Eisformationen heran.
  • Meiden Sie Flussquerungen, die nicht klar markiert und sicher sind. Mit dem Camper gilt bei uns: durch einen Fluss nur mit einem 4x4 und nur, wenn wir die Durchfahrt vorher ausdrücklich freigegeben haben.
  • Schauen Sie jeden Tag in die Wettervorhersage auf vedur.is.

Aktuelle Sicherheitshinweise für unterwegs finden Sie auf
safetravel.is, Informationen zum Park selbst bei der Parkverwaltung auf vatnajokulsthjodgardur.is.

Camping und Übernachten am Nationalpark

Fürs Übernachten im Nationalpark und in seiner Umgebung gibt es klare Regeln. Wildcampen ist in Island nicht erlaubt, auch nicht mit dem Camper. Suchen Sie sich also einen ausgewiesenen Campingplatz oder eine Unterkunft in der Nähe der Parkzugänge.

Die Campingplätze bei Skaftafell und entlang der Ringstraße haben in der Regel Toiletten, Duschen und Trinkwasser, und zu den Wanderwegen ist es oft nicht weit. Der Campingplatz Skaftafell hat das ganze Jahr geöffnet. Weitere Plätze an der Strecke finden Sie in unserer Übersicht
Campingplätze in Island.

Warum der Vatnajökull auf jede Islandroute gehört

Im Vatnajökull-Nationalpark zeigt sich Island von seiner ursprünglichsten Seite. Kaum anderswo liegen Gletscher, Vulkane und aktive geologische Prozesse so dicht beieinander.

Wer auf eigene Faust reist, bestimmt hier das Tempo selbst: für einen kurzen Halt an der Gletscherlagune oder für mehrere Tage mit Wanderungen rund um Skaftafell. Mit guter Planung und Respekt vor den Bedingungen wird der Park für viele zum Höhepunkt der ganzen Reise.

Ihren Besuch selbst planen

Wer Zugänge, Jahreszeiten und Sicherheitsregeln kennt, erlebt den Park auf eigene Faust entspannt und ohne unnötiges Risiko.

Wenn Sie gerade Ihre Rundreise über die Ringstraße planen, helfen Ihnen auch diese Ratgeber:

Alle Camper mit Preisen für Ihre Reisedaten finden Sie unter
Wohnmobil mieten in Island.

Häufige Fragen zum Vatnajökull-Nationalpark

Kann man den Vatnajökull ohne Tour besuchen?

Ja, zu großen Teilen. Skaftafell mit dem Weg zum Svartifoss und die Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón erreichen Sie mit dem Camper auf eigene Faust. Aufs Eis, in Eishöhlen und zu Gletscherwanderungen geht es nur mit einem lizenzierten Guide.

Wie lange fährt man von Reykjavík nach Skaftafell?

Ohne lange Stopps etwa 4 bis 5 Stunden über die Ringstraße (Route 1). Wenn Sie unterwegs an der Südküste halten, brauchen Sie entsprechend länger.

Wann kann man am Vatnajökull Eishöhlen besuchen?

Von November bis März, und nur mit einem lizenzierten Gletscherführer. Auf eigene Faust ist eine Eishöhle tabu.

Brauche ich für den Vatnajökull-Nationalpark einen 4x4?

Für den Süden nicht: Skaftafell, Jökulsárlón und Fjallsárlón liegen an der Ringstraße und sind mit jedem unserer Camper erreichbar. Ins Landesinnere führen F-Straßen, die Sie bei uns nur mit einem 4x4 fahren dürfen, und das nur im Sommer, wenn sie offiziell geöffnet sind.

Wo übernachtet man mit dem Camper am Vatnajökull?

Auf Campingplätzen, denn Wildcampen ist in Island nicht erlaubt. Der Campingplatz Skaftafell liegt mitten im Nationalpark und hat das ganze Jahr geöffnet.

Wie groß ist der Vatnajökull-Nationalpark?

Er umfasst etwa 13 bis 14 % der Fläche Islands. Der Gletscher Vatnajökull selbst ist nach Volumen der größte Gletscher Europas.