Tierwelt

Rentiere in Island: wo Sie die wilden Herden im Osten finden

Wilde Rentiere gibt es in Island nur im Osten. Die besten Chancen haben Sie im Winter und im frühen Frühjahr, wenn die Herden im Tiefland und an der Ringstraße in den Ostfjorden stehen; im Sommer ziehen sie hinauf ins Hochland rund um den Snæfell.

Rentiere in Island: wo Sie die wilden Herden im Osten finden

Schafe sehen Sie in Island hinter fast jeder Kurve, Rentiere in Island dagegen müssen Sie suchen. Sie leben nur in einer Region, sind scheu und ziehen mit den Jahreszeiten umher. Umso größer ist die Freude, wenn vor einem verschneiten Fjord plötzlich ein Geweih auftaucht oder eine ganze Herde lautlos durch ein windiges Tal zieht. Hier lesen Sie, wo Sie die Tiere finden, wann Ihre Chancen am besten sind und wie Sie sich auf der Straße verhalten.

Wilde Rentiere beim Grasen in Ostisland

Woher die Rentiere in Island kommen

Heimisch sind sie hier nicht. Im späten 18. Jahrhundert holte man Rentiere aus Norwegen nach Island, mit ihnen sollte ein neuer Zweig der Landwirtschaft entstehen. Daraus wurde nichts, die Bedingungen waren zu hart, und die Tiere blieben schließlich sich selbst überlassen.

Heute leben alle wilden Rentiere Islands im Osten des Landes, insgesamt einige Tausend Tiere. In Reykjavík, am Golden Circle oder an der Südküste begegnen Sie keinem einzigen.

Wo Sie Rentiere in Island sehen

Ihre besten Chancen haben Sie in diesen Gegenden Ostislands:

  • Rund um Egilsstaðir: der beste Ausgangspunkt für die Suche nach Rentieren.
  • Fljótsdalur: das Tal bei Egilsstaðir, vor allem im Winter eine gute Gegend.
  • Ringstraße in den Ostfjorden: der Abschnitt zwischen Breiðdalsvík und Djúpivogur, wo die Herden im Winter oft die Straße überqueren.
  • Hochland am Snæfell: das Sommergebiet der Herden. Dorthin kommen Sie nur über F-Straßen, bei uns also nur mit einem 4x4-Camper, im Sommer und wenn die Strecke offiziell geöffnet ist.

Der Osten schließt direkt an den Norden an, und viele verbinden die Rentiersuche mit Mývatn, Dettifoss und Ásbyrgi. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Nordisland mit dem Camper.

Die beste Zeit für Rentiere in Island

Wo die Tiere stehen, hängt von der Jahreszeit ab:

  • Winter (Dezember bis April): die beste Zeit. Die Herden kommen ins Tiefland und an die Küste und stehen oft nahe der Ringstraße.
  • Frühjahr: noch gute Chancen, vor allem in den Tälern und auf den Ebenen, bevor die Tiere nach oben ziehen.
  • Sommer: Die Rentiere ziehen ins Hochland rund um den Snæfell. Jetzt sind die Chancen am geringsten, und in ihr Gebiet kommen Sie nur über F-Straßen.
  • Herbst: Die Herden sind wieder in Bewegung und ziehen talwärts, die Chancen steigen.

Rentiere und Verkehr: so fahren Sie sicher

Ein Rentier auf einer winterlichen Straße in Ostisland

Im Osten sind Rentiere auf der Straße eine echte Gefahr, vor allem im Winter:

  • Sie lecken das Streusalz von der Fahrbahn.
  • Sie sind in Herden unterwegs, oft viele Tiere auf einmal.
  • In einer verschneiten Landschaft sind sie kaum zu erkennen.
  • Sie können plötzlich losrennen, auch direkt auf die Straße.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Gehen Sie sofort vom Gas.
  • Hupen Sie nicht.
  • Haben Sie ein Rentier gesehen, rechnen Sie mit weiteren in der Nähe.
  • Fahren Sie immer mit Licht. Abblendlicht ist in Island ohnehin rund um die Uhr Pflicht.

Halten Sie für ein Foto nie auf der Fahrbahn an. Fahren Sie weiter bis zu einer Haltebucht oder einem Parkplatz, und bleiben Sie auf Abstand zu den Tieren.

Im Sommer stehen auf denselben Straßen eher Schafe als Rentiere. Wie Sie mit Mutterschafen und Lämmern am Straßenrand umgehen, steht in unserem Ratgeber Schafe in Island.

So erhöhen Sie Ihre Chancen

  • Seien Sie bei Sonnenaufgang oder gegen Sonnenuntergang unterwegs.
  • Reisen Sie im Winter oder im frühen Frühjahr.
  • Lassen Sie sich Zeit auf den langsamen Fjordstraßen.
  • Fragen Sie Einheimische, etwa an der Tankstelle oder auf dem Campingplatz. Sie wissen oft, wo die Herden gerade stehen.
  • Halten Sie den Tank immer über der Hälfte. Im Osten liegen die Tankstellen weit auseinander, mehr dazu im Ratgeber Tankstellen in Island.

Was fressen Rentiere?

Rentiere leben von Flechten, Moos und Gräsern. Wohin die Herden ziehen, hängt davon ab, wo sie gerade Futter finden: im Winter unten in den Tälern und an der Küste, im Sommer oben im Hochland.

In Island gibt es eine geregelte Jagd auf Rentiere, und im Osten steht Rentierfleisch auf manchen Speisekarten.

Zwei Tage auf Rentiersuche in Ostisland

Diese Runde ist für den Winter gedacht, wenn die Chancen am besten sind. Prüfen Sie jeden Morgen den Straßenzustand auf umferdin.is und das Wetter auf vedur.is.

Tag 1: Egilsstaðir, Fljótsdalur und der Pass nach Seyðisfjörður

  • Morgens: von Egilsstaðir ins Tal Fljótsdalur, im Winter eine der besten Gegenden für Rentiere.
  • Mittags: weiter zum Wald von Hallormsstaður, auch von hier lohnt der Blick ins Tal.
  • Nachmittags: über den Pass nach Seyðisfjörður, wenn umferdin.is die Straße als befahrbar zeigt. In der Nähe der Passstraße grasen oft Herden.
  • Abends: zurück nach Egilsstaðir, wo der Campingplatz das ganze Jahr geöffnet hat.

Tag 2: auf der Ringstraße durch die Ostfjorde nach Djúpivogur

  • Fahren Sie langsam auf der Ringstraße die Küste entlang.
  • Behalten Sie die Ufer im Blick: Hier überqueren die Herden oft die Straße.
  • Über Breiðdalsvík geht es nach Djúpivogur, im Winter eine der verlässlichsten Gegenden für Rentiere.
  • Für die Nacht wählen Sie einen Campingplatz, der geöffnet hat. Welche das sind, zeigt der Filter „Im Winter geöffnet“ in unserer Übersicht der Campingplätze in Island.

Mit dem Camper im Winter in den Osten

Die beste Zeit für Rentiere ist der Winter, und dafür empfehlen wir den Campervan 2 Persons Premium oder den Fiat Scudo 3 Family Campervan. Beide haben eine Diesel-Standheizung, die ohne Stromanschluss funktioniert, und wie alle unsere Camper fahren sie im Winter mit Spikereifen. Die greifen auf Eis deutlich besser, machen es aber nicht sicher, fahren Sie also trotzdem langsam. Unsere 4x4-Camper mit Dachzelt sind nur für den Sommer gedacht, und für die Rentiere im Winter brauchen Sie auch keinen: Die Tiere stehen dann im Tiefland und an der Ringstraße.

Übernachtet wird auch im Winter nur auf Campingplätzen, nie am Straßenrand oder auf einem Parkplatz. Was Sie sonst für die kalte Jahreszeit wissen sollten, steht in unserem Ratgeber Island im Winter mit dem Camper.

Bevor Sie losfahren

Ein wildes Rentier zu sehen, gehört zu den schönsten Tierbegegnungen in Island, ob es ein einzelner Bulle auf einem verschneiten Kamm ist oder eine Herde, die vor Ihnen am Fjord die Straße quert. Wer danach auch Islands einziges heimisches Landsäugetier sehen möchte, findet die besten Orte dafür in unserem Ratgeber über den Polarfuchs in Island.

Wie sich der Osten in eine Route über die Ringstraße einfügt, zeigt unsere Island-Rundreise mit kostenlosem Reiseplaner. Einen Camper für die Fahrt in den Osten, mit Preisen für Ihre Reisedaten, finden Sie unter Wohnmobil mieten in Island.

Häufige Fragen zu Rentieren in Island

Kann ich in der Nähe von Reykjavík Rentiere sehen?

Nein. Wilde Rentiere leben in Island nur im Osten, zum Beispiel rund um Egilsstaðir und in den Ostfjorden.

Wann sieht man in Island am ehesten Rentiere?

Im Winter und im frühen Frühjahr. Dann stehen die Herden im Tiefland und oft nahe der Ringstraße in den Ostfjorden. Im Sommer ziehen sie hinauf ins Hochland rund um den Snæfell.

Wie viele Rentiere gibt es in Island?

Einige Tausend, und alle leben im Osten des Landes.

Sind Rentiere in Herden unterwegs?

Ja, vor allem im Winter. Haben Sie ein Tier gesehen, rechnen Sie mit weiteren in der Nähe.

Darf ich nah an Rentiere herangehen?

Nein. Halten Sie Abstand und fotografieren Sie mit dem Zoom.

Brauche ich einen 4x4, um Rentiere zu sehen?

Nein. Im Winter stehen die Tiere im Tiefland und an der Ringstraße, dafür empfehlen wir den beheizten Campervan 2 Persons Premium oder den Fiat Scudo 3 Family Campervan mit Spikereifen. Unsere 4x4-Camper sind nur für den Sommer gedacht; ins Hochland am Snæfell fahren Sie damit nur, wenn die F-Straßen offiziell geöffnet sind.