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Wandern in Island: 8 kostenlose Hochlandwanderungen für Ihre Camperreise

Die Wanderwege im Hochland kosten nichts und sind meist von Ende Juni bis September erreichbar. Auf F-Straßen fahren Sie bei uns nur mit einem 4x4, wenn die Strecke offiziell geöffnet ist, und durch Flüsse nur mit unserer vorherigen Freigabe.

Wandern in Island: 8 kostenlose Hochlandwanderungen für Ihre Camperreise

Wer in Island wandern möchte, findet die stillsten Wege im Hochland. Das Landesinnere ist eine wilde Mischung aus Rhyolithbergen, dampfenden Erdspalten und spiegelglatten Kraterseen. Die meisten Besucher bleiben an der Südküste, doch das echte Gefühl von Wildnis beginnt erst hier oben, wo Sie stundenlang laufen, ohne einen Reisebus zu sehen.

Unsere Auswahl an kostenlosen Wanderungen im Hochland passt gut zu einer Camperreise: realistische Touren, leicht bis mittelschwer, mit einem Parkplatz in der Nähe. Sie stellen den Camper ab, laufen los und kommen danach zu einem heißen Getränk in Ihr rollendes Basislager zurück.

4x4-Camper mit Dachzelt in der Landschaft Islands

Noch kein Fahrzeug fürs Hochland? Mit unseren 4x4-Campern, dem Dacia Duster 4x4 Roof Tent Camper und dem Jeep Renegade 4xe Roof Tent Explorer, dürfen Sie jede F-Straße fahren, die offiziell geöffnet ist. Die Nächte planen Sie mit unserer Übersicht der Campingplätze in Island.

Prüfen Sie vor jeder Wanderung im Hochland die Sicherheitshinweise auf safetravel.is, den Straßenzustand auf umferdin.is oder road.is und das Wetter auf vedur.is.

Wanderweg im Geothermalgebiet Hveravellir im Hochland von Island

Warum sich Wandern im Hochland lohnt

Das Hochland liegt im Inneren der Insel und ist meist von Ende Juni bis September erreichbar. Hotels gibt es dort fast keine, entsprechend ist weniger los als an den Höhepunkten der Ringstraße. Eintritt und Warteschlangen kennt man hier nicht: Sie parken den Camper, schnüren die Wanderschuhe und gehen los.

Unterwegs sehen Sie bunte Mineralhänge, schwarze Aschewüsten, leuchtend grünes Moos und dampfende Erdwärmefelder. In den Oasentälern sind Vögel zu Hause, und der Horizont scheint so endlos, dass man sich auf angenehme Weise klein vorkommt. Nach dem Trubel an der Ringstraße finden Sie hier Ruhe.

Die Wasserstände der Flüsse und die Öffnungstermine der F-Straßen können sich schnell ändern. Die Meldungen jeden Tag zu prüfen und flexibel zu bleiben, gehört im Hochland einfach dazu. Mit dem Camper ist das kein Problem, denn Sie ändern Ihren Plan, sobald Wetter oder Straßenbericht es verlangen.

Mit dem Camper ins Hochland: Anfahrt und Vorbereitung

Ein wenig Vorbereitung macht die Reise ins Hochland deutlich entspannter. Viele dieser Wanderungen sind kurz, trotzdem sind Sie dort oben weit weg von Tankstellen und jeder Versorgung.

Das richtige Fahrzeug

  • 4x4-Camper: Mit dem Duster oder dem Jeep dürfen Sie jede F-Straße fahren, die offiziell geöffnet ist. Fahren Sie dort langsam und vorsichtig: Schäden am Unterboden und Wasserschäden deckt die Versicherung nicht, dafür haften Sie selbst.
  • Flussdurchfahrten: Durch einen Fluss fahren Sie nur, wenn wir die Durchfahrt vorher ausdrücklich freigegeben haben. Die Wassertiefe ändert sich täglich und nach Regen, und Wasserschäden deckt in Island keine Mietwagenversicherung. Im Zweifel kehren Sie um.
  • 2WD-Camper: Damit bleiben Sie auf asphaltierten Straßen und normalen Schotterstraßen. F-Straßen sind mit unseren 2WD-Campern nicht erlaubt; wer trotzdem hinauffährt, verliert den Versicherungsschutz. Zu Zielen wie Landmannalaugar, Þórsmörk oder Hveravellir kommen Sie dann mit dem Hochlandbus.

Wann die F-Straßen öffnen und was bei Furten gilt, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber Hochland und F-Straßen in Island.

Ausrüstung

  • Wasser- und winddichte Jacke, dazu warme Kleidung zum Schichten
  • Feste Wanderschuhe mit gutem Profil
  • Leichte Handschuhe, eine Mütze und ein Kopfnetz gegen Mücken
  • Tagesrucksack mit Wasser, Proviant und einem kleinen Erste-Hilfe-Set
  • Offline-Karten oder GPS, dazu die Notfall-App 112 Iceland

Fahren, Tanken, Sicherheit

  • Tanken Sie voll, bevor Sie das Tiefland verlassen. Auf den Hochlandrouten liegen die Tankstellen weit auseinander.
  • Schauen Sie jeden Morgen auf umferdin.is oder road.is nach, welche F-Straßen offen sind.
  • Fahren Sie nur auf markierten Straßen und Pisten. Offroad-Fahren ist in Island verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.
  • Sagen Sie jemandem, wo Sie wandern, oder hinterlegen Sie Ihren Plan auf safetravel.is, vor allem auf abgelegenen Strecken.
  • Übernachten Sie nur auf Campingplätzen, zum Beispiel in Landmannalaugar. Am Straßenrand oder auf einem Parkplatz zu schlafen, ist nicht erlaubt.

Raue Hochlandlandschaft an einem Wanderweg im Gebiet Fjallabak in Island

Wandern in Island: 8 kostenlose Touren im Hochland

In dieser Liste finden Sie kostenlose, markierte oder gut erkennbare Wege, an denen Sie den Camper in der Nähe abstellen können. Die meisten Touren dauern zwischen einer und vier Stunden, so lassen sie sich gut zu einer entspannten Hochlandreise über mehrere Tage verbinden.

1. Sigöldugljúfur: südliches Hochland, an der F208

Sigöldugljúfur wird wegen der vielen dünnen Wasserfälle, die in einen türkisfarbenen Fluss rinnen, oft „Tal der Tränen“ genannt. Wer eine kurze Wanderung mit großer Kulisse sucht, ist hier richtig.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht bis mittel, etwa 4 km hin und zurück, mit Fotostopps rund 2 Stunden
  • Höhepunkte: blaues Wasser, gestreifte Basaltwände, Wildblumen im Sommer und ruhige Aussichtspunkte
  • Anfahrt: nur mit einem unserer 4x4-Camper, denn zur Schlucht geht es über die F208. Fahren Sie dort nur, wenn die Strecke offiziell geöffnet ist. Das Parken kostet nichts.

2. Hveravellir: Rundweg durchs Geothermalgebiet, zentrales Hochland, Route 35

Hveravellir ist eine Erdwärme-Oase auf halber Strecke der Kjölur-Route. Viele lieben den Ort, weil er heiße Quellen, Geschichte und bequeme Wege verbindet.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht, etwa 3 km auf Holzstegen und Schotter, rund 1 Stunde
  • Höhepunkte: Dampfquellen, blubbernde Schlammtöpfe, bunte Mineralien und auf Wunsch ein Bad in einem natürlichen heißen Becken
  • Anfahrt: Parkplatz am Schutzgebiet. Über die Kjölur-Route (35) kommen Sie mit einem unserer 4x4-Camper hin, sobald sie offiziell geöffnet ist, oder bequem mit dem Hochlandbus.

3. Bláfjallakvísl: Gebiet um Landmannalaugar, F208

Nicht weit von Landmannalaugar führt das Tal der Bláfjallakvísl zu den bunten Rhyolithbergen, ruhiger als die bekannten Wege und ganz ohne mehrtägige Trekkingtour.

  • Schwierigkeit und Länge: mittel, etwa 6 km hin und zurück, rund 3 Stunden
  • Höhepunkte: Rhyolithgrate, Obsidianlava und weite Blicke über das Tal
  • Anfahrt: Parken am Hauptparkplatz in Landmannalaugar. Landmannalaugar erreichen Sie nur über F-Straßen (die F208 von Norden über die Route 26, die F208 von Süden oder die F225), also nur mit einem unserer 4x4-Camper und nur, wenn die Strecke offiziell geöffnet ist. Durch Flüsse fahren Sie nur mit unserer Freigabe. Ohne 4x4 bringt Sie der Hochlandbus hin.

4. Veiðivötn: Rundweg an den Kraterseen, südliches Landesinneres, F228

Veiðivötn ist eine Kette blauer Kraterseen, die sich sehr abgelegen anfühlt. Ein Ort für stille Momente unter einem weiten Himmel.

  • Schwierigkeit und Länge: mittel, rund 5 km als Rundweg, 2 bis 3 Stunden
  • Höhepunkte: stilles Wasser, Kraterformen und absolute Ruhe
  • Anfahrt: nur mit einem unserer 4x4-Camper, sobald die F228 offiziell geöffnet ist, meist ab Ende Juni. Liegt eine Furt auf dem Weg, brauchen Sie vorher unsere Freigabe.

5. Eldgjá: Wanderung an der Vulkanspalte, südliches Hochland

Eldgjá gehört zu den größten Vulkanspalten der Welt. Schon ein kurzes Stück hin und zurück zeigt Ihnen in wenigen Stunden, wie gewaltig sie ist.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht, etwa 3 km auf einem kurzen Abschnitt, rund 1,5 Stunden
  • Höhepunkte: Lavawände, grünes Moos und Blicke in die Spalte
  • Anfahrt: nur über F-Straßen und damit nur mit unserem 4x4, wenn sie offiziell geöffnet sind. Prüfen Sie vorher Straßenzustand und Wasserstände, und fahren Sie durch keinen Fluss ohne unsere Freigabe.

6. Þórsmörk: Aussichtspunkte im Tal, südliches Hochland, F249

Þórsmörk ist bekannt für seine Birkenwälder und Gletschertäler. Auch auf kürzeren Wanderungen zu den Aussichtspunkten bekommen Sie viel davon zu sehen.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht bis mittel, eine Runde von rund 8 km für einen halben Tag, 3 bis 4 Stunden
  • Höhepunkte: Birkenwald, Blick auf die Gletscher und echtes Berggefühl
  • Anfahrt: Die F249 dürfen Sie mit unserem 4x4 fahren, wenn sie offiziell geöffnet ist. Auf der Strecke liegen aber tiefe Flüsse ohne Brücke, allen voran die Krossá, und jede Durchfahrt müssen wir vorher freigeben. Viele Besucher parken deshalb und steigen in den Hochlandbus um, das ist die bequeme Lösung.

7. Sprengisandur: kurzer Weg zum Aussichtspunkt, nördliches Landesinneres, F26

Die Sprengisandur-Route führt durch schwarze Aschewüsten und Oasentäler. Schon ein kurzer Weg zu einem Aussichtspunkt fühlt sich hier an wie ein Ausflug auf einen anderen Planeten.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht bis mittel, rund 4 km, etwa 2 Stunden
  • Höhepunkte: Ascheebenen, ferne Berge und endlose Weite
  • Anfahrt: über die F26, nur mit unserem 4x4, wenn die Strecke offiziell geöffnet ist, und am besten mit Erfahrung auf Hochlandpisten. Bei schlechtem Wetter lassen Sie die Strecke aus, und an Furten gilt auch hier: nur mit unserer vorherigen Freigabe.

8. Kaldakvísl: Weg am Fluss, südwestliches Landesinneres, nahe der Route 35

Ein sanfter Spaziergang am Fluss, mit mineralischen Ufern und dem Rauschen des Wassers. Ideal, wenn Sie lieber auf leichtem Gelände unterwegs sind.

  • Schwierigkeit und Länge: leicht, etwa 4 km, rund 2 Stunden
  • Höhepunkte: kleine Mineralbecken für ein Fußbad, Wildblumen im Frühsommer und das ruhige Rauschen des Flusses
  • Anfahrt: Viele verbinden den Weg mit Hveravellir und kommen wie dort über die Kjölur-Route (35): mit einem unserer 4x4-Camper, wenn die Strecke offiziell geöffnet ist, oder mit dem Hochlandbus. Folgen Sie vor Ort der Beschilderung.

Ein 4x4-Camper mit Dachzelt unterwegs in Island

Ihre eigene Wanderroute durchs Hochland

Aus diesen Wanderungen stellen Sie leicht eine flexible Camperroute zusammen. Beliebt ist eine Runde über fünf Tage, die das südliche und das zentrale Hochland mit einer Strecke durch die Wüste im Landesinneren verbindet.

  • Tag 1 und 2: von Reykjavík nach Sigöldugljúfur und Landmannalaugar, mit einem eigenen Tag für jede Wanderung
  • Tag 3: Veiðivötn oder Eldgjá für eine weitere kostenlose Wanderung, danach eine ruhige Nacht auf einem Hochland-Campingplatz
  • Tag 4: Hveravellir mit dem Rundweg durchs Geothermalgebiet oder der Weg an der Kaldakvísl
  • Tag 5: wenn Bedingungen und Erfahrung passen, ein Abstecher auf die Sprengisandur-Route, sonst zurück ins Tiefland

Im Hochland gibt das Wetter den Takt vor, halten Sie den Zeitplan also locker. Statt jede Nacht vorab festzulegen, nutzen Sie den Camper als beweglichen Stützpunkt und entscheiden jeden Morgen, welche Wanderung am besten passt. Übernachtet wird dabei immer auf Campingplätzen, nie am Straßenrand.

Sind die F-Straßen noch gesperrt oder fahren Sie einen 2WD-Camper, wandern Sie im Tiefland: In Skaftafell an der Ringstraße führt zum Beispiel ein markierter Weg zum Wasserfall Svartifoss, erreichbar mit jedem unserer Camper. Mehr dazu in unserem Ratgeber Vatnajökull-Nationalpark auf eigene Faust.

Was eine Wanderreise im Hochland kostet

Die Wanderungen selbst kosten nichts, Sie zahlen also vor allem für Camper, Sprit, Campingplätze und Lebensmittel. Unsere 4x4-Camper gibt es in der Nebensaison ab 14.849 ISK (≈ 109 €) pro Tag. Im Sommer, wenn die F-Straßen offen sind, liegen die Preise höher; Ihren genauen Preis zeigt die Suche für Ihre Reisedaten. Die Camping Card hilft Ihnen im Hochland übrigens nicht weiter, denn dort gibt es keine Partnerplätze. Wie Sie die übrigen Kosten realistisch planen, zeigt unser Ratgeber Was ein Island-Urlaub mit dem Camper kostet.

Bevor Sie losfahren

Bei den Wanderungen im Hochland geht es nicht nur ums Sparen. Sie lernen eine stillere Seite Islands kennen, in der nur der Wind, die Flüsse und der Vulkankies unter Ihren Schuhen zu hören sind.

Mit einem hochlandtauglichen Camper, einem wachen Blick auf Straßen und Wetter und etwas Flexibilität stehen Sie abends auf dem Campingplatz am Rand abgelegener Täler, wandern tagsüber in bunte Berge hinein und schlafen im Dachzelt unter dem weiten Himmel Islands.

Unsere 4x4-Camper und alle anderen Modelle finden Sie mit Preisen für Ihre Reisedaten unter Wohnmobil mieten in Island.

Häufige Fragen zum Wandern in Island

Kosten die Wanderwege im Hochland Eintritt?

Nein, die Wanderwege selbst sind kostenlos. Geld geben Sie vor allem für Camper, Sprit, Campingplätze und Lebensmittel aus.

Wann kann man im Hochland von Island wandern?

Meist von Ende Juni bis September. Die F-Straßen öffnen meist Ende Juni, jede an ihrem eigenen Datum, und schließen Anfang bis Mitte September. Den aktuellen Stand zeigt umferdin.is.

Komme ich mit einem 2WD-Camper zu den Wanderungen im Hochland?

Mit dem 2WD-Camper selbst nicht: F-Straßen sind damit nicht erlaubt, und für die Kjölur-Route (35) empfehlen wir unsere 4x4-Camper. Ohne 4x4 bringt Sie der Hochlandbus bequem nach Landmannalaugar, Þórsmörk oder Hveravellir.

Darf ich mit dem 4x4-Camper durch Flüsse fahren?

Nur, wenn wir die Durchfahrt vorher ausdrücklich freigegeben haben. Wasserschäden deckt in Island keine Mietwagenversicherung, und im Zweifel kehren Sie um.

Wo übernachte ich auf einer Wanderreise im Hochland?

Nur auf Campingplätzen, zum Beispiel in Landmannalaugar. Wildcampen ist in Island nicht erlaubt, im Hochland genauso wenig wie an der Küste.